1. Willkommen

    1. Herzlich Willkommen auf der Website des Honorarkonsulats der Republik Aserbaidschan in Baden-Württemberg!

      Am 20. April 2010 wurde in Stuttgart für Baden-Württemberg das Honorarkonsulat eröffnet. Es ist übrigens das erste Honorarkonsulat Aserbaidschans in der Bundesrepublik Deutschland. Das Motto der Eröffnung war „Baden-Württemberg begegnet Aserbaidschan“! Diese Aussage begründet sich auch auf die Auswanderung württembergischer Landsleute zwischen 1815 und 1819 nach Aserbaidschan. Viele hundert Familien haben sich damals auf den Weg in Richtung Kaukasus gemacht. In Aserbaidschan fanden vierhundert Familien eine neue Heimat, sind zu Ansehen und Wohlstand gekommen und gründeten Städte und Dörfer.  Helenendorf und andere Gemeinden sind ein beredtes Zeugnis der schwäbischen Kultur.
      Heute, nach mehr als 190 Jahren, gibt es wieder hervorragende Beziehungen mit Baden-Württemberg. Aserbaidschan ist ein wichtiger Rohstoffproduzent für Öl und Gas. Baden-Württemberg ist ein Hightech Land. Hier kommen die wirtschaftlichen Interessen  beider Länder zusammen. Auch die Kultur-  und Bildungszusammenarbeit sind wichtige Eckpfeiler in der Partnerschaft mit dem Südweststaat.
      Ich habe Aserbaidschan vor mehr als fünf Jahren kennengelernt. Konnte viele Entwicklungen nach der Unabhängigkeit aus der damaligen Sowjetunion miterleben. Es ist ein sympathisches Land entstanden mit netten und gastfreundlichen Menschen. Aserbaidschaner denken und fühlen europäisch, nicht nur wegen des EU-Nachbarschaftsprogramms, man hat sich schon in den 90er Jahren politisch und wirtschaftlich gen Westen orientiert.
      Ich lade Sie herzlich ein,  das interessante und landschaftlich reizvolle Land an der Westküste des Kaspischen Meeres kennenzulernen.

      Otto Hauser - Honorarkonsul

      Otto Hauser

      Honorarkonsul
      Regierungssprecher und
      Parl. Staatssekretär a.D.

    1. 33 Fakten, die man kennen muss

      1. ASB_Broschüre_Lay06

      1. Aserbaidschan in Kürze

        1.  

          Offizielle Bezeichnung Republik Aserbaidschan (Azərbaycan Respublikası)
          Staatssymbole 1. Staatswappen:

          Das aktuelle Wappen der Republik Aserbaidschan wurde im Jahre 1993 angenommen. Es basiert auf dem Wappen der Demokratischen Republik Aserbaidschan (von 1918 bis 1920), der ersten demokratischen Republik in der Geschichte des moslemischen Orients.
          Das Staatswappen Aserbaidschans zeigt heute einen achtzackigen, weißen Stern auf einer goldgefaßten Scheibe mit Ringen in den Nationalfarben. Auf dem blauen Ring sind acht goldene Scheiben. In dem Stern ist eine rote Flamme mit vier Zungen. Unter der Scheibe liegen Eichenäste und Weizenähren. 

          2. Staatsflagge:

          Flagge Aserbaidschans – Seitenverhältnis 2:1
          Als Landesflagge führt die Republik Aserbaidschan ein blau-rot-grün waagerecht geteiltes Tuch, in dessen mittleren Streifen ein weißer Halbmond und ein achtzackiger Stern dargestellt sind.
          Die dreifarbige Staatsflagge wurde zum ersten Mal am 9. November 1918 durch die Demokratische Republik Aserbaidschan angenommen. Diese Flagge war bis zur Okkupation des Landes durch die Rote Armee und darauf folgender Ablösung der Republik im Jahre 1920 die Staatsflagge des Landes.
          Diese Flagge wurde am 5. Februar 1991 vom Parlament der Aserbaidschanischen SSR als Staatsflagge eingeführt.
          Die Farben der Staatsflagge haben eine bestimmte Bedeutung: Blau steht für die Zugehörigkeit des aserbaidschanischen Volkes zur Gemeinschaft der Turkvölker; Rot steht für den Willen, eine moderne Gesellschaft aufzubauen und die Demokratie zu entwickeln; Grün steht für die Zugehörigkeit zur islamischen Zivilisation.

          3. Staatshymne:
          Die Aserbaidschanische Nationalhymne heißt „Aserbaidschan! Aserbaidschan! (aserbaidschanisch Azərbaycan, Azərbaycan!). Die Melodie der aserbaidschanischen Staatshymne stammt von Usejir Hadschibäjow, dem bekannten aserbaidschanischen Komponisten. Die Lyrik schrieb der aserbaidschanische Dichter Ahmad Dschawad. Die Hymne wurde 1919 für die Demokratische Republik Aserbaidschan komponiert und 1992 nach der wiedererlangten staatlichen Unabhängigkeit zur Nationalhymne erklärt.

          Klima 9 Klimazonen: gemäßigt bis subtropisch. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 13,1°C.
          Geographische Lage Östlicher Südkaukasus; Die Republik Aserbaidschan liegt bei 44° bis 52° östliche Länge und 38° bis 42° nördliche Breite. Grenzen mit Nachbarländern: Russland (390 km), Georgien (480 km), Armenien (1007 km), Iran (765 km), Türkei (15 km); 800 Kilometer Ufer am Kaspischen Meer gehören zur Republik. Zeitzone: MEZ + 3 Std.
          Fläche 86.600 km^2
          Das Land ist zu 50% von Ackerland bedeckt, zu 11,5% von Wald und zu 1,6 % von Wasser. Etwa 18.000 Tierarten – darunter 102 Säugetierarten – leben in Aserbaidschan.
          Hauptstadt Baku, über 2 Mio. Einwohner. Baku, die sich am Ufer des Kaspischen Meeres befindet, liegt auf nördlicher Breite 40° und 28 Meter unter dem Meeresspiegel.
          Großstädte Gändschä (450.000 Einwohner), Sumgajit (293.000 Einwohner), Mingetschewir (100.000 Einwohner), Nachtschywan (70.000 Einwohner), Ali-Bairamly (69.000 Einwohner)
          Bevölkerung
          und
          Minderheiten
          9,1 Mio. Einwohner. Minderheiten: Awaren, Armenier, Deutsche (Nachläufer der Anfang 19. Jhdt. nach Aserbaidschan Emigrierten), Georgier, Juden, Kurden, Lesgier, Russen, Sachuren, Talyschen, Tataren, Taten, Türken, Udine, Ukrainer und andere. Es gibt auch Deutsche.
          Bevölkerungs-
          dichte
          97,4 Einwohner pro Quadratkilometer
          Analphabeten-
          rate
          99,6 Prozent der Bevölkerung können lesen und schreiben
          Lebens-
          erwartung
          Männer – 69,5 Jahre

          Frauen – 75,1 Jahre

          Religion Ca. 93% der Bewohner des Landes haben den islamischen Hintergrund. Die Anzahl der praktizierenden Muslime wird auf 4 bis 6% geschätzt. Ca. 5% sind Christen. Der Rest sind die Gläubiger anderer Religionen. In Aserbaidschan leben heute noch 25. 000-30.000. Am 9. März wurde in der Hauptstadt Baku eine neue eröffnet. Es handelt sich um die erste neugebaute Synagoge in einem überwiegend muslimisch bewohnten Staat. Hohe Toleranz gegenüber Andersgläubigen bezeichnet Aserbaidschan. Die Religion ist vom Staat getrennt.
          Amtssprache Aserbaidschanisch (eine der turkischen Sprachfamilie zugehörige Sprache), seit 1992 wieder lateinische Schrift, seit 2001 verbindlich.
          Nationalfeiertag 28. Mai (Tag der Republik; zum Gedenken an die erste Republik 1918-20)
          Unabhängigkeit 18.10.1991
          Staats- /Regierungsform Republik, Präsidialdemokratie mit Einkammerparlament
          Staatsoberhaupt Präsident Ilham Alijew, am 15.10.2008 direkt für 5 Jahre gewählt
          Parlament Milli Məclis (Nationalversammlung), 07.11.2010 für 5 Jahre gewähltes Einkammerparlament, 125 Sitze; Mehrheitswahlrecht
          Administrative Gliederung Zentralstaat, 66 Rayons, 69 Städte, 13 Stadtbezirke, 4279 Landgemeinden

          Autonome Republik Nachtschywan (Naxçivan Muxtar Respublikasi )

          Mitgliedschaft
          in internationalen Organisationen
          UNO, Europarat, OSZE, IWF, Weltbank, ODWE-GUAM, Organisation der Islamischen Konferenz, Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), Schwarzmeer-Kooperations-Rat, ECO (zentral- und westasiatische Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit), GUS, Euro-Atlantischer Partnerschaftsrat (EAPR), Partnerschaft für den Frieden (PfP); Europäische Nachbarschaftspolitik u.s.w.;
          Bruttoinland-
          produkt (BIP)
          52.17 Mrd. USD (2010)
          BIP-Wachstum 5% (2010)
          BIP pro Kopf 11000 USD (2010)
          Währung: Manat

          1 EUR = 1,11 AZN (Mai 2011)

          Investitionen 171,5 Mrd. USD (2000-2010)
          Industrie Erdölverarbeitung, Maschinenbau, chemische Industrie, Textilindustrie, Nahrungsmittelindustrie, Hüttenindustrie, Aluminiumindustrie u.s.w.
          Landwirtschaft Die Landwirtschaft ist der zweitstärkste Wirtschaftszweig. Mit der Bodenreform und dem Privatisierungsprogramm gingen fast alle Landwirtschaftsbetriebe und landwirtschaftliche Nutzflächen in private Hände.

          Baumwolle, Wein, Seidenraupenzucht, Obst- und Getreidewirtschaft, Gemüsesorten, Früchte, Reis, Tee, Tabak, Schaf- und Rindzucht u.s.w.

          Bodenschätze Erdöl, Erdgas, Eisen, Zink, Kupfer, Molybdän, Marmor u.s.w.
          Internationale Vorwahl +994

          Baku: +994 12

          Feiertage 1. und 2. Januar – Das Neujahrfest

          8. März – Internationaler Frauentag

          20.-21. März – Das nationale Frühlingsfest

          9. Mai – Tag des Sieges über Faschismus

          28. Mai – Tag der Republik

          15. Juni – Tag der Nationalen Rettung

          26. Juni – Tag der Streitkräfte

          18. Oktober – Tag der Staatlichen Unabhängigkeit

          12. November – Tag der Verfassung

          17. November – Tag des Nationalen Auferweckens

          31. Dezember – Tag der Nationalen Solidarität der Aserbaidschaner auf der ganzen Welt

        1. Wirtschaftsförderung - Iqtisadi dəstək

          1. Förderung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Aserbaidschan und Deutschland*

            Das Honorarkonsulat der Republik Aserbaidschan in Stuttgart unterstützt die wirtschaftliche Entwicklung zwischen Aserbaidschan und Deutschland. Die Abteilung für Wirtschaftsförderung im Konsulat hilft aserbaidschanischen und deutschen Unternehmen bei der Erweiterung ihrer Geschäftsmöglichkeiten. Mit Jafar Suleymanov und Honorarkonsul Otto Hauser haben sie kompetente und erfahrene Ansprechpartner. Sie kennen beide Länder und helfen ihnen in vielfältigen Bereichen:

            - Erteilung von Visa
            - Legalisierungen und Beglaubigungen von deutschen Dokumenten
            - Vermittlungen von Geschäftskontakten
            - Hilfe bei der Partnersuche
            - Produktrecherche
            - Unterstützung im Immobiliengeschäft
            - Begutachtungen von Investitionsvorhaben

            Ansprechpartner:
            Jafar Suleymanov
            Beauftragter für wirtschaftliche Entwicklung
            Honorarkonsulat der Republik Aserbaidschan in Deutschland
            Kriegsbergstraße 32, 70174 Stuttgart
            Email: j.suleymanov@stuttgart-aserbaidschan.de
            Tel.: 0049 711 12848518, Fax: 0049 711 12848300

            *Das Konsulat verlangt für seine Tätigkeiten Gebühren, je nach Umfang der Tätigkeiten. Die Gebühren können telefonisch erfragt werden.

            Azərbaycan və Almaniya arasında iqtisadi əlaqələrin inkişafı *

            Stuttgart şəhərindəki Azərbaycan Respublikasının Fəxri Konsulluğu Azərbaycan və Almaniya arasında iqtisadi inkişafın dəstəklənməsində öz köməkliyini göstərir. Konsulluğun iqtisadi inkişaf şöbəsi Azərbaycan və Almaniya şirkətlərinə biznes imkanlarının genişləndirməsində yardım etməkdə maraqlıdır. Cəfər Süleymanov və fəxri konsul Otto Hauzer ilə siz hər iki ölkəni yaxından tanıyan təcrübəli əlaqələndirici şəxslərə maliksiniz.

            Aşağıdakı sahələrdə konsulluq hər iki ölkənin hüquqi və fiziki şəxslərinə xidmət göstərir:

            - Viza verilməsi
            - Sənədlərin təsdiqi və leqallaşdırılması
            - Biznes əlaqələrinin mübadiləsi
            - Tərəfdaş tapmaqda yardım
            - Məhsul axtarışı
            - Daşınmaz əmlak alınmasında köməklik
            - Investisiya layihələrinin qiymətləndirməsi

            Əlaqə:
            Cəfər Süleymanov
            Konsulluğun iqtisadi inkişaf üzrə nümayəndəsi
            Almaniyada Azərbaycan Respublikasının Fəxri Konsulluğu
            Kriegsbergstraße 32, 70174 Stuttgart
            Email: j.suleymanov @ Stuttgart-aserbaidschan.de
            Tel: 0049 711 12848518, Faks: 0049 711 12848300

            * Konsulluq xidmətin fəaliyyət dairəsindən asılı olaraq komissiya tələb edir.

          1. Visum/Visa Beantragen

            1. 1. Visabestimmungen

              – Privatreisende müssen eine von einem(r) aserbaidschanischen Staatsangehörigen oder in Aserbaidschan ansässigen ausländischen Staatsangehörigen erstellte und im Außenministerium der Republik Aserbaidschan ordnungsmäßig registrierte Einladung vorlegen.Kopie des Personalausweises der einladenden natürlichen Person muss auch beigelegt werden.

              – Touristen müssen eine Bestätigung über eine Hotelreservierung sowie ein Hin- und Rückflugticket vorlegen.

              Geschäftlich Reisende müssen eine von einer in der Republik Aserbaidschan niedergelassenen juristischen Person erstellte Einladung vorlegen. Kopie der Satzung oder des Registrierungszertifikats (Handelsregister) der einladenden juristischen Person muss auch beigelegt werden.

              Transitreisende, die bis zu sieben Tagen über das Gebiet der Republik Aserbaidschan in ein Drittland reisen, müssen ihr gültiges Visum und ihre gültige Reisetickets für das weiter zu besuchende Drittland vorlegen.

              Dienstlich oder diplomatisch Reisende müssen eine Verbalnote des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland, einer ausländischen Botschaft bzw. einem ausländischen Konsulat in der Bundesrepublik Deutschland oder einer internationalen Organisation vorlegen.

              Für ein mehrmaliges Visum, das ein Jahr gültig ist, muss eine Bestätigung des Außenministeriums der Republik Aserbaidschan vorliegen.

              2. Vorzulegen sind weiterhin:

              – Reisepass (der Reisepass muss mindestens noch drei Monate nach Visumsende gültig sein).

              – in allen Punkten vollständig ausgefüllter Visumfragebogen.

              – 2 x Passbilder (3×4 cm) (Bitte ein Passbild auf den Visumfragebogen aufkleben und ein weiteres Passbild beilegen!).

              – Überweisungsbeleg der Visum-Gebühr. Ein- oder zweimaliges Visum für einen Zeitraum von drei Tagen bis zu drei Monaten kostet 110 EUR, ein mehrmaliges Visum kostet 270 EUR. Ein- und zweimalige Transitvisa kosten entsprechend 30 EUR und 50 EUR. Bei der Beantragung des Visums muss die Zahlung schon auf dem Konto “Honorarkonsulat der Republik Aserbaidschan”(Kreissparkasse Esslingen, Konto-Nr.: 101574442, BLZ 61150020) eingegangen sein. Das Konsulat akzeptiert kein Bargeld und keine Schecks, sondern nur Banküberweisungen. Dienstliche und diplomatische Visa werden gebührenfrei ausgestellt.

              Es wird empfohlen, das Visum einen Monat vor Antritt der Reise zu beantragen.
              Für schnellere Visaabwicklungen bietet Ihnen das Konsulat einen Express Service an, der mindestens 7 Werktage dauert. Dafür entstehen 40 Euro Mehrkosten.

              Bitte schicken Sie Ihre Unterlagen an folgende Adresse mit Einschreiben-Einwurf:
              Honorarkonsulat der Republik Aserbaidschan
              Postfach 10 12 52
              70011 Stuttgart

              Bei Zusendung der Unterlagen per Post ist ein ausreichend (3,05 Euro) frankierter Briefumschlag (Einschreiben-Einwurf) mit Rückanschrift beizulegen, da der Pass sonst beim Honorarkonsulat persönlich abgeholt werden muss.

              Fremde Staatsangehörige und Staatenlose können in folgenden Fällen ein aserbaidschanisches Visum in einem der Flughäfen und dem Außenministerium der Republik Aserbaidschan bekommen:

              – Bei Vereinbarung dieser Regelung in den zwischenstaatlichen Abkommen.

              – Bei dienstlichen Einreisen mit offizieller Einladung von dem Staatspräsidenten der Republik Aserbaidschan, Ministerpräsidenten der Republik Aserbaidschan, Parlamentspräsidenten der Republik Aserbaidschan, Leiter der Präsidialadministration der Republik Aserbaidschan, Parlamentspräsidenten der Autonomen Republik Nachtschiwan, Präsidenten des Verfassungsgerichts der Republik Aserbaidschan, Präsidenten des Obergerichts der Republik Aserbaidschan, Generalstaatsanwalt der Republik Aserbaidschan, Bürgerbeauftragten (Ombudsmann) der Republik Aserbaidschan, Vorsitzenden der Zentralen Wahlkommission und Leiter eines zentralen Exekutivenorgan.

              – Für die Mitarbeiter der in der Republik Aserbaidschan tätigen diplomatischen und konsularischen Vertretungen und internationalen Organisationen und ihre Angehörigen; für die Einreisenden in die Republik Aserbaidschan mit einer diplomatischen Sondermission.

              – Für Teilnehmer der Behebung der Folgen von Katastrophen, die vom Ministerium für Katastrophensituationen der Republik Aserbaidschan offiziell eingeladen wurden.

              – Bei Einreisen anläßlich der Sterbefälle der in der Republik Aserbaidschan ansässigen Angehörigen bei Vorlage des Nachweises des Sterbefalls.
              Visumantrag (PDF)

            1. Bevölkerung

              1. In Aserbaidschan leben 9,1 Millionen Einwohner. In der Hauptstadt Baku leben derzeit 1,8 Mio. Einwohnern.

                Weitere Großstädte sind Gändschä (300.000 Einwohner), Sumgajit (272.000 Einwohner), Mingetschewir (100.000 Einwohner), Ali-Bairamly (70.000 Einwohner) und Nachitschiwan (70.000 Einwohner). 800 Kilometer Ufer am Kaspischen Meer gehören zur Republik. Innerhalb der Republik existiert die Autonome Republik Nachitschiwan, die durch den armenischen Korridor von Rest-Aserbaidschan getrennt ist.  Seit 1992 verfügt die  Republik Aserbaidschan über eine eigene Währung, den Manat (ca. 4800 Manats sind 1 US Dollar).

                Die in Aserbaidschan lebenden Nationalitäten sind Aseris (90,6 %), Lesgier (2,2 %), Russen (1,8 %), Armenier (1,5 %), Talischen (1.0 %), Awaren (0,6 %), Türken (0,5 %), Tataren (0,4 %), Ukrainer (0,4 %), Sachuren (0,2 %), Georgier (0,2 %), Kurden (0,2 %), Taten (0,13 %), Juden (0,1 %), Udine (0,05 %) und andere (0,12 %). Es gibt auch Nachläufer der im 19. Jhdt. nach Aserbaidschan emigrierten Deutsche.

                Die Bewohner des Landes sind zu 86 Prozent Muslime und zu 11 Prozent Christen und der Rest sind die Gläubiger anderer Religionen. Amtssprache ist Aserbaidschanisch, eine der türkischen Sprachfamilie zugehörige Sprache.

              1. Wirtschaft

                1. Allgemeines

                  1.  

                    Seit mehreren Jahren verzeichnet die Republik Aserbaidschan ein rasantes Wirtschaftswachstum und wird damit zur wirklich führenden Volkswirtschaft der Kaukasusregion. Mit einem Wachstum von 26 Prozent im Jahr 2005 und 34,5 Prozent im Jahr 2006 sind wir die am stärksten wachsende Wirtschaft weltweit. Selbst zu den schwersten Zeiten im Jahr 2009 der Finanzkrise  hat  Aserbaidschan noch ein Wachstum von etwa 8 Prozent zu verzeichnen.

                    Aserbaidschan ist auch weiterhin einer der Spitzenreiter in der Region in Bezug auf das Volumen der ausländischen Direktinvestitionen. Nach Feststellung der UNO-Konferenz für Handel und Entwicklung belegte Aserbaidschan im Jahr 2005 weltweit den ersten Platz bei der Nutzung ausländischer Direktinvestitionen (laut FDI-Performance-Index) und Platz 17 beim Volumen ausländischer Direktinvestitionen.

                    Diese Entwicklung hat die wirtschaftliche Lage im Allgemeinen, ganz besonders aber die Lage privater Unternehmen, grundlegend geändert. Es eröffnen sich neue und vielversprechende Möglichkeiten sowohl für einheimische als auch für internationale Unternehmen.

                    Seit mehr als zehn Jahren nimmt Aserbaidschan unter den Transformationsländern einen Spitzenplatz bei so wichtigen Kennzahlen wie Wachstum des Bruttoinlandsprodukts und ausländischen Direktinvestitionen ein.

                    Den Grundstein für diese Entwicklung legte Heydar Aliyev, der tiefgreifende Reformen durchsetzte, unter anderem durch seine Politik der Stabilität und des sozialen Dialogs, die Verabschiedung einer neuen Verfassung und neuer Gesetze sowie die Schaffung neuer staatlicher Institutionen. Die gegenwärtige Regierung setzt die von ihm begonnene Politik erfolgreich fort.

                    Heute ist Aserbaidschan auf bestem Wege, das dynamischste Wirtschaftszentrum um das Kaspische Meer und im Kaukasus zu werden. Die Grundpfeiler unseres Wirtschaftssystems sind Liberalität, Privatisierung der staatlichen Wirtschaft, Förderung des privaten Unternehmertums, freie Betätigung auch für internationale Unternehmen und die Kooperation mit internationalen Finanzinstitutionen.

                    Die Mitgliedsländer der Europäischen Union gehören als Exportziel Nummer Eins zu den wichtigsten Handelspartnern unseres Landes und sind unsere wichtigsten Investoren. Diese Kooperation mit den Ländern der EU werden wir in Zukunft noch weiter ausbauen. Wesentliche Ziele hierbei sind der verstärkte Transfer von Wissen und moderner Technologie, die Umsetzung gemeinsamer Projekte in allen Wirtschaftsbereichen sowie die weitere Diversifizierung des Außenhandels.

                    Aserbaidschan betreibt eine Politik der “offenen Tür” gegenüber internationalen Unternehmen, die sich in unserem Land engagieren möchten. Wir sind offen für neue Initiativen im produzierenden Gewerbe, in der Landwirtschaft, zur Entwicklung der Infrastruktur, im Dienstleistungsgewerbe und anderen Branchen.

                    Wir sind der festen Überzeugung, dass die Zusammenarbeit mit unseren Partnern in aller Welt uns in die Lage versetzt, die Möglichkeiten der einheimischen Wirtschaft in vollem Umfang auszuschöpfen. Ein Baustein dieser unserer Politik ist es, neue Interessenten bei der Erschließung des Marktes in Aserbaidschan zu unterstützen und umfassend zu informieren.

                  1. Überblick

                    1. Wirtschaftliche Entwicklung 2009 und 2010

                       

                      Die internationale Gemeinschaft wurde durch die Finanzkrise schwer getroffen. Dennoch setzte im sich im Jahr 2009 der dynamische wirtschaftliche und sozialen Entwicklungsprozess Aserbaidschans fort. Die Zahl der erbrachten Leistungen in den Produktions- und tertiären Sektoren stieg weiter an. Die makroökonomischen Zahlen,  der im Jahr 2009 erbrachten Leistungen und das erzielte Wachstum, hat dafür gesorgt, dass Aserbaidschan seinen vorrangigen Platz unter den dynamischsten Wirtschaftsstandorte weltweit beibehalten hat. Die Zunahme der Produktionszahlen in bestimmten Produktionsbranchen, die Ausweitung von Investitionen, die Stimulierung des Unternehmertums und Gewährleistung eines großen Spielraums für Initiativen haben die ökonomischen Grundlagen des Landes weiter gestärkt.

                      Der Start zum zweiten regionalen Entwicklungsprogramm, das im April 2009 verabschiedet worden war, hat die ökonomischen Aktivitäten angespornt und die Schaffung neuer Produktionsbranchen beschleunigt. Dies alles hat die dynamische Entwicklung der Volkswirtschaft des Landes befeuert. In der Sitzung des Ministerkabinetts der Republik Aserbaidschan über die Ergebnisse der sozio-ökonomischen Entwicklung im Jahre 2009 hat Präsident Ilham Aliyev erklärt, dass Aserbaidschan nach der Schlussbilanz 2009 zu den Weltländern mit der höchsten Entwicklungsrate gehört. Dies wird auch durch einen Blick auf die ökonomischen und sozialen Zahlen Aserbaidschans im Jahr 2009 deutlich.  Im Jahr 2009 ist das BIP in Aserbaidschan um 9,3% gestiegen. Man kann dies als historischen Erfolg zählen.

                      Im Bericht des Staatlichen Statistik-Komitees über die sozio-ökonomische Entwicklung wird gezeigt, dass das BIP in Aserbaidschan im Laufe des Jahres 34,6 Mrd. AZN (31,7 Mrd. EUR) betragen hat, was gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 3,7 Mrd. AZN (3,4 Mrd. EUR) bedeutet.

                      50% des BIP im Zeitraum des Berichts wurde in den folgenden Industriebranchen erzeugt:  6,7% in der Agrar-, Jagd- und Waldwirtschaft, 7,4% in der Bausparte, 8% in Handel und Dienstleistungen, 6,6% in der Transportsparte, 2% in der Kommunikationssparte, 11,7% in sozialen und anderen Diensten, 7,6% durch die reinen Steuern für Erzeugnisse und Import. Das BIP im Öl-Sektor des Landes ist im letzten Jahr um 14,3% und im Nicht-Öl-Sektor um 3,2% gestiegen. Es wurde binnen des Jahres einen Mehrwert in Höhe von 3.917,3 AZN (3593,5 EUR) pro Kopf erzielt, das sind 7,9% Mehr gegenüber dem Vorjahr. Dies bedeutet, dass sich die positive Entwicklungstendenz in Aserbaidschan trotz der die ganze Welt betreffenden Finanzkrise in allen sozialen und Wirtschaftsbereichen fortgesetzt hat. Obwohl die Finanz- und Wirtschaftskrise in vielen Weltstaaten die Rezession der Wirtschaft verursacht und die Arbeitslosigkeit gesteigert hat, erfolgte zeitgleich in Aserbaidschan die Schaffung neuer Produktionsbranchen und ökonomischer Wachstum. Die Durchführung erheblicher Infrastruktur-Projekte in unserem Land wurde dank staatlicher Investitionen aber auch dank privatwirtschaftlicher Betätigungen verstärkt.

                      Eine positive Entwicklungstendenz konnte im Jahr 2009 auch in den Schlüsselindustriebereichen der Landeswirtschaft festgestellt werden. Der Anteil der Industrie am Wachstum  war am größten und gewährleistete das rasche Entwicklungstempo des BIP. Nach Angaben des Staatlichen Statistik-Komitees wurde im letzten Jahr seitens der Wirtschaft Produkte im Wert von 22,2 Mrd. AZN (20,4 Mrd. EUR) erzeugt, was gegenüber 2008 eine Steigerung von 8,6% bedeutet. Die binnen eines Jahres geleitstete Industrieproduktion betrug insgesamt 16,8 Mrd. AZN (15,4 Mrd. EUR), davon zu 75,7% im Bergwesen (4,2 Mrd. AZN (3,9 Mrd. EUR)) und zu 18,9% im Verarbeitungsbereich (1,2 Mrd. AZN (1,1 Mrd. EUR)) und zu 5,4% im Strom-, Gas- und Wassererzeugungsbereich. Die Entwicklungstendenz der Landesindustrie setzt sich fort und ihre reale Gesamtbilanz ist in letzten 5-6 Jahren ca. um das 2,5fach gestiegen. In der Vollsitzung des Ministerkabinetts der Republik Aserbaidschan vom 18. Januar 2009. hat Präsident Ilham Aliyev diesen Faktor auf die erfolgreiche Industrialisierungspolitik im Land zurückgeführt. Maßgeblich für diesen Erfolg sind die Vielzähligen Abkommen mit transnationalen Korporationen der Industrieländer durch die die weitere Entwicklung der Öl- und Gasindustrie in Aserbaidschan gewährleistet wird und die Erreichung einer Rekordförderung in den genannten Sektoren möglich wird. Durch die erfolgreiche Betreibung der Öl- und Gaspipelines Heydar Aliyev, Baku-Tiflis-Ceyhan und Baku-Tiflis-Erzurum sowie anderer Lieferwege wurden die Exportmöglichkeiten Aserbaidschans erheblich vergrößert. Das hat Aserbaidschans Bedeutung bezüglich der Energiesicherheit Europas und der Welt vergrößert. Auch in den Nicht-Öl-Sektoren werden Entwicklungsprojekte immer zahlreicher. Diese Tendenz ist Folge der Eröffnung neuer Produktions- und Verarbeitungs-Betriebe, der zunehmenden Herstellung wettbewerbsfähiger inländischer Produkte und des zunehmenden Interesses an aserbaidschanischen Erzeugnissen auf dem Weltmarkt.

                      75% der 2009 beschaffenen Industrieprodukte gehörten zum privaten Sektor. Die  Gesamtproduktion bestand in der Erzeugung von zu 92,7% Industriegütern und zu 7,3% industriellen Dienstleistungen. Infolge der Gewährleistung günstiger Umständen für die Produktion und für das freie Unternehmertum wächst der Anteil des nicht-staatlichen Sektors in der Industrie stetig. Die Wiederbelebung neuer Produktionsbranchen muss in diesem Bereich ebenfalls Erwähnung finden. Im vergangenen Jahr haben Kapitalgesellschaften im Industriesektor eine Produktion mit einem Wert von 833,3 Mil. AZN aufzuweisen. Dies sind 3,8% der Gesamtproduktion der Industrie.

                      Was die einzelnen Bereiche der Wirtschaft mit internationaler Tragweite angeht, muss man betonen, dass im Bergwesen letztes Jahr eine Produktion in Höhe von 16,8 Mrd. AZN (15,4 Mrd. EUR) betrieben wurde, das sind 12,5% mehr gegenüber dem Vorjahr. Binnen des Jahres wurden seitens der Azerbaijan International Operation Company 41,3 Mill. Tonnen Erdöl und 10,1 Mrd. Kubikmeter Erdgas gefördert. Diese Zahlen stellen gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 16,8 und 9% dar. Darüber hinaus haben die in diesem Bereich tätigen Jointventures die Förderung des Erdöls um 5,5% gesteigert. In der Gesamtbilanz wurden 2009 im Land 50,4 Mill. Tonnen Erdöl und 23,5 Mrd. Kubikmeter Erdgas (davon 16,3 Mrd. Kubikmeter marktgängiges Erdgas) gefördert. In der Erdöl- und Erdgasförderung wurde ein Wachstum von 13,5% bzw. 0,8% erzielt.

                      Bemerkenswert für die Volkswirtschaft Aserbaidschans war die Inbetriebnahme der Goldproduktion im vergangenen Jahr. Die Aserbaidschanische Internationale Bergbau- Gesellschaft hat binnen des letzten Jahres 333 kg Gold gefördert und zur Reinigung eingereicht. Während der Goldpreis auf dem Weltmarkt zunimmt, kann man von einer guten Perspektive der Bergwesensbranche ausgehen.

                      Die Unternehmer, die im Bergwesen tätig sind, haben 2009 insgesamt 3,2 Mill. Tonnen Kies, Schotter und Stein, 791,5 tausend Tonnen Feinsand, 547,3 tausend Tonnen Kalkstein erzeugt. Im zweitgrößten Zweig der Landesindustrie – im Verarbeitungsbereich – wurden Güter und industrielle Dienstleistungen im Gesamtwert von 4,1963 Mrd. AZN (3,8498 Mrd. EUR) erzeugt. Den Großteil der Produktion machten Nahrungsgüter inkl. Getränke und Tabakprodukte aus. Im Laufe des letzten Jahres ist die Produktion wichtiger Lebensmitteln wie Fleisch, Tee, Zucker, Milch, Butter, Sekt, Bier und Schnaps deutlich gestiegen. Seitens der Unternehmen der Verarbeitungsbranchen wie Stickerei, Näherei, Lederverarbeitung, Ledergüter und Schuhe wurde eine Produktion in Höhe von 77,4 Mil. AZN (71 Mill. EUR) erbracht. Im Zeitraum des Berichts weist vor allem die Produktion von Bettzeug und Bekleidung ein Wachstum auf.  

                      Der zweitstärkste Bereich der Verarbeitungsindustrie ist die  Ölverarbeitungsindustrie, die binnen des letzen Jahres eine Produktion in Höhe von 1,3456 Mrd. AZN aufzuweisen hatte. Während des Berichtzeitraums wurden im Land 1237,7 tausend Tonnen KFZ-Benzin, 609,6 tausend Tonnen farbloses Öl, 2366,5 tausend Tonnen Dieselöl und 236,2 tausend Tonnen Ölbitumen hergestellt.

                      Die Unternehmen der Chemieindustrie haben im Jahr 2009 Gummi und Plastik mit einem Gesamtwert von 163,1 Mill. AZN erzeugt. Im letzten Jahr ist auch die Produktion von Farbemitteln und Lacken sowie Waschmitteln, Fensterrahmen und Jalousie aus Plastik gestiegen. Obwohl der Gesamtwert der Produktion in der Baumaterialienindustrie nicht gestiegen ist, hat die Erzeugung von Asphalt, keramischen Zimmerdecken und Tafeln zugenommen. Die aserbaidschanische Wirtschaft hat im Jahr 2009 1,3 Mill. Tonnen Zement, 18,9 tausend Kubikmeter Baukonstruktionen aus Zement und 5,5 tausend Tonnen Bau-Blocks erzeugt.

                      Der Gesamtproduktionswert der Güter und Dienstleistungen der Hütten-  und Metallindustrie betrug im vergangenen Jahr 169,9 Mill. AZN (155,8 Mill. EUR).  Die Produktion der Maschinen- und Anlagenbauindustrie, Elektrotechnik, Transportmittel- und Transportanlagenbau betrug 346,9 Mill. AZN (318,2 Mill. EUR). Im Jahr 2009 ist der Traktorenbau gestiegen. 578 Traktoren wurden binnen des Jahres erzeugt und auf den Markt gebracht. Zum ersten Mal wurden in der Automobilfabrik in Gandscha sechs Autokranen namens „Kapaz“  gebaut. 2009 wurden in Aserbaidschan 9227 Fernseher und 284 Setzkästen hergestellt, was gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung darstellt.

                      In der Branche der Strom-, Gas- und Wassererzeugung wurde es 17,8 Mrd. kw Strom erzeugt. Davon waren 12,5% Anteil der Wasserkraftwerke und 87,5% der Wärmekraftwerke.

                      Die Zahl der Beschäftigung in der Industrie betrug 2009 161,2 tausend Mann. Drei Fünftel von ihnen waren im staatlichen und der Rest im privaten Sektor tätig. Der Durchschnittslohn der Beschäftigten in den nicht-staatlichen Unternehmen betrug 524,1 AZN (480,8 EUR), um 1,4fach mehr als der Durchschnittslohn in den staatlichen Unternehmen.

                      Für die kommenden Jahre wird in unserem Land eine weitere Beschleunigung der Industriealisierung erwartet. Die erfolgreiche Durchführung der neuen Öl-Strategie von Aserbaidschan, der Start zum zweiten regionalen Entwicklungsprogramm sowie die Maßnahmen, die auf die Stimulierung inländischer Produktion ausgerichtet sind, und viele andere Faktoren sprechen für gut Entwicklungsperspektiven der Industrie und Landwirtschaft.

                    1. Aussenhandel

                      1. Im direkten Vergleich zum Vorjahr, ist im Jahr 2008 ein deutlicher Aufschwung in Aserbaidschans Außenhandelsverkehr zu vermerken. Der gesamte Außenhandelsumsatz betrug 54.9 Mrd. USD. Der Handelsumsatz mit den GUS-Staaten erreichte 3.9 Mrd. USD.

                        Von Januar bis Dezember 2008 hat Aserbaidschan mit 135 verschiedenen Staaten Handel betrieben. Den größten Anteil hat hierbei die EU. Im Import und Export war die EU mit 52.8% der wichtigste Handelspartner im Jahr 2008, gefolgt von den GUS-Staaten, die einen Anteil von 7.2% hatten.

                        Wichtigste Exportprodukte

                        Dieselkraftstoff
                        Benzin
                        Treibstoff für Düsentriebwerke
                        Hochdruckpolyethylen
                        Plastik
                        Stahlrohre
                        Aluminium
                        Tonerde
                        Erdölförderanlagen
                        E-Motoren und Transformatoren
                        Baumwollgarn
                        Kühlschränke f. d. Haushalt
                        Klimaanlagen f. d. Haushalt
                        Pflanzliche Produkte
                        Obst- und Gemüseprodukte
                        Schaumweine
                        Wein- und Weinstoffe
                        Weinbrand u.a. alkohol. Getränke
                        Tabak und Tabakwaren
                        Schwarzer Kaviar

                      1. Erdöl- und Erdgasindustrie

                        1. Aserbaidschan ist reich an vielfältigen Bodenschätzen einschließlich der Erdöl- und Erdgasvorkommen hauptsächlich auf der Halbinsel Abscheron und im Kaspischen Meer. Deswegen ist der bedeutendste Wirtschaftsfaktor des Landes die Erdöl- und Erdgasförderung und -verarbeitung.

                          Aserbaidschan zählt zu den ältesten Orten der Erdölförderung. Erster Erdölbrunnen auf der Halbinsel Abscheron sprudelte 1594. Zum ersten Mal in der Welt wurde das Erdöl auf industrielle Weise in 1848 in Baku gebohrt. Die Weltunternehmen wie jene der Familie Baron Rothschild oder der Brüder Alfred und Robert Nobel prägten das Erdölgeschäft in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts und darüber hinaus bis zur Oktober-Revolution von 1917 in Baku. Zahllose, zum Teil geniale Erfindungen bahnten dem Erdöl Bakus und der Halbinsel Abscheron trotz der Binnenlage den Weg in alle Welt.

                          Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts produzierte Baku etwa 50 Prozent der Erdölförderung der Welt und 95 Prozent der Erdölförderung Russlands. Zu dem Zeitpunkt arbeiteten in diesem Bereich mehr als 60.000 Menschen aus rund 30 Nationen. Etwa 76 % des Treibstoffs und über 90 % des Flugbenzins für die Versorgung der Roten Armee im 2. Weltkrieg kamen aus Baku.

                          Heute im aserbaidschanischen Sektor des Kaspischen Meeres lassen sich über 100 Strukturen identifizieren, die Erdöl oder Erdgas enthalten könnten. Charakteristisch für Aserbaidschan ist, dass alle bisher erschlossenen Erdölfelder einen Gasanteil enthalten und Gasfelder immer auch einen flüssigen Anteil. Die großen Erdöl- und Erdgaslagerstätten Aserbaidschans befinden sich mehrheitlich auf der Halbinsel Apscheron, im aserbaidschanischen Sektor des Kaspischen Meeres, im Nordwesten des Landes (Region Siyazan-Kuba) und in der Fläche von Kür-Araz. Bis zu 90% der großen Erdgasvorkommen und mehr als 70% der Erdölvorkommen werden allerdings im Off-Shore vermutet. Bis heute sind nur 1/5 des aserbaidschanischen Schelfs erkundet worden.

                          Schätzungen der nachgewiesenen aserbaidschanischen Erdölvorkommen bewegen sich zwischen 1,2 und 2,4 Mrd. Tonnen (5,2 Mrd. Tonnen nicht nachgewiesen). Nachgewiesene Erdgasvorkommen sind 1,5 Billion m³ (2-2,5 Billion m³ nicht nachgewiesen).

                          Der erste aserbaidschanische Ölvertrag, der als „Jahrhundertvertrag“ (in Höhe von 7.4 Milliarden US Dollar) in die Geschichte einging, wurde am 20. September 1994 in Baku zwischen der Staatlichen Ölgesellschaft von Aserbaidschan (SOCAR) und einem internationalen Konsortium von elf Ölfirmen aus sieben Staaten unter Führung von BP/Amoco abgeschlossen. Bei diesem als Production Sharing Agreement (PSA) bekannte Vertrag behält der Staat de jure den Eigentümerstatus und überträgt lediglich die Eigentumsrechte eines Teils des produzierten Erdöls an Investoren. Zwischen 1995 und 2005 wurden weitere 23 „Production Sharing Agreements“ (PSA) mit 30 Ölfirmen aus 15 Ländern unterzeichnet.

                          Im Rahmen dieser Ölverträge sollten 40 bis 50 Mrd. USD für die Erkundung, Erschließung und Ausbeutung von aserbaidschanischem Erdöl investiert werden. Der Anteil von SOCAR variiert je nach Vertrag zwischen 10 und 50% und der Anteil Aserbaidschans als historischer Besitzer der Ressourcen zwischen 50 und 80%.

                          Bei der Bildung der Konsortien hat Aserbaidschan westliche und benachbarte Staaten durch Beteiligungen eingebunden. Heute sind mehrere Erdölfirmen aus US, Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Italien, Norwegen, der Türkei, Russland, Iran, Japan, Saudi-Arabien u.a. in Aserbaidschan tätig.

                          Das geförderte Erdöl wird zur Zeit durch drei Pipelineverbindungen in die Märkte befördert. Die sind die Pipelines Baku-Tbilissi-Ceyhan (Aserbaidschan-Georgien-Türkei), Baku-Supsa (Aserbaidschan-Georgien-Schwarzes Meer) und Baku-Novorrossijsk (Aserbaidschan-Russland-Schwarzes Meer).

                          Baku-Tbilissi-Ceyhan-Pipeline, die im Juli 2006 offiziell in Betrieb gesetzt worden ist, ist 1768 km lang und ist fähig, pro Jahr 50 Mio. Tonnen Erdöl zu transportieren. Die Pipeline führt vom Kaspischen Meer nahe Baku über Tbilissi (Georgien) an die Küste des Mittelmeers bei Ceyhan (Türkei). Die Pipeline wird anfangs das aserbaidschanische Erdöl aus den Erdölfeldern Azeri-Güneschli-Tschiragli an die Weltmärkte transportieren. Künftig soll auch kasachisches Erdöl durch die Pipeline fließen. Eine entsprechende Vereinbarung unterzeichneten die Präsidenten Aserbaidschans und Kasachstans bereits am 16. Juni 2006. Ein Anschluss Kasachstans, das über große Ressourcen verfügt, trägt entscheidend zur maximalen Auslastung der BTC-Pipeline bei. Das Erdöl wird per Tankschiffe über Kaspisches Meer nach Baku und danach durch die BTC-Pipeline hin zu internationalen Märkten befördert werden. Bis 2008 werden täglich 1.000.000 Barrels Erdöl durch die Pipeline fließen. Nach der Erreichung der Null-Balance, der Amortisierung der Investitionskosten, wird die Pipeline gemäß Bakuer Abkommen von 17.10.2000 in die volle Kontrolle und Verwaltung Aserbaidschans übergehen.

                          Im Hinblick auf das Erdgas ist das Erdgasfeld „ Shah Deniz“ das Größte von Aserbaidschan. Es befindet sich 60 km weit von Baku im aserbaidschanischen Sektor des Kaspischen Meeres. Das Abkommen über die Förderung des Shah-Deniz-Feldes wurde im Juni 1996 in Baku unterzeichnet. Die Erdgasvorräte des Feldes werden auf ca. 1 Billion m3 geschätzt. Neben Aserbaidschan (10%) beteiligen sich auch BP (25.5%), Statoil (25.5 %), Total (10 %), LUKAgip (10 %), NICO (10 %) und TPAO (9 %) an der Bearbeitung des Feldes. Bis Ende 2006 zu eröffnende „Südkaukasische Gaspipeline“ soll Erdgas in die Türkei und von dort aus weiter Richtung Europa leiten. Die Pipeline wird parallel zur BTC-Pipeline gebaut und wird eine Kapazität von 16 Mrd. m³ pro Jahr haben.

                          Die Einnahmen Aserbaidschans aus dem Ölgeschäft werden vom Staatlichen Ölfonds (SOFAR) verwaltet, dessen Vermögen im Juni 2008 auf ca. 5 Mrd. USD angewachsen ist. Mit diesem soll für die Zukunft Aserbaidschans nach dem Ölzeitalter vorgesorgt und makroökonomische Stabilität geschaffen werden.

                      2. Bildungspolitik

                        1. Nach dem Erwerb der Unabhängigkeit der Aserbaidschanischen Republik bildet die Bildungspolitik eine der wichtigen Säule der Regierungspolitik. 1999 bestätigte der Staatspräsident Heydar Alijew das “Reformprogramm in der Bildungssphäre”, um strategische Richtungen in der Reformierung der Bildung bestimmen zu können. Gemäß dem Erlass des Staatspräsidenten “Über die Reformen im Bildungsbereich in der Aserbaidschanischen Republik” wurden zusammen mit Experten der Weltbank ein “Reformprogramm” vorbereitet. Zur Durchführung dieses Programms stellte die Weltbank einen Kredit in Höhe von fünf Millionen USD zur Verfügung. Dieses Programm beinhaltet die Reformierung des Bildungsplans und Bildungsprogramms, der methodischen Aspekte des Unterrichts, des Monitorrings und der Bewertung des Projektes.

                          Die Aserbaidschanische Regierung unternimmt vielfältige bilaterale und multilaterale Bestrebungen, um das nationale Bildungswesen an das internationale anbinden zu können. Anhand dieser Aktivitäten schloss sich Aserbaidschan der Pariser Konvention von 1979 über die Bildung, der Konvention Bangkok von 1983, sowie der Lissabonner Konvention von 1997, die UNESCO und Europarat zusammen angefertigt haben, an. Im Jahre 2005 wurde Aserbaidschan in den Bologne- Prozess bezüglich der Anerkennung der Hochschulabschlußzeugnisse aufgenommen.

                          Seit Mitte 1990er Jahre nimmt Aserbaidschan an verschiedenen regionalen und internationalen Projekten und Programmen bezüglich der Schul- und Hochschulbildung teil. Einige ausgewählte von ihnen wird wie folgt zusammengefasst:

                          Der Europäische Bildungsfonds realisiert zusammen mit dem Bildungsministerium der Aserbaidschanischen Republik das Projekt bezüglich der “Entwicklung der beruflichen Bildung in Aserbaidschan”. Das Ziel dieses Projektes besteht bei der Umorganisierung der technischen beruflichen Bildung.

                          Die britische Regierung führt das Programm über die “Verbesserung der Methodik des Englischunterrichts in den aserbaidschanischen Bildungseinrichtungen” durch. Im Rahmen dieses Programms werden regelmäßig Seminare bezüglich der Unterrichtsmethodik der englischen Sprache in Baku und in den Regionen abgehalten, aserbaidschanische Lehrerinnen und Lehrer werden zum Zwecke der Ausbildung und Weiterqualifizierung nach Großbritannien entsandt.

                          Das Bildungsdepartment des Europarates bereitete zusammen mit den Regierungen der südkaukasischen Staaten das Projekt “Gesetzgebung auf dem Gebiet der Gewährleistung der Qualifikation der Hochschulausbildung in Aserbaidschan, Armenien und Georgien” vor. Das Projekt soll einen Beitrag zur Schaffung von Mechanismen mit einem internationalen Standard zur Gewährleitung der qualitativen Hochschulausbildung leisten.

                          Das gemeinsame regionale Projekt “Europarat und Tifliser Initiative” beinhaltet die Verfassung eines neuen Lehrbuches “Geschichte der Völker im Kaukasus” für 15 und 16 jährige Schülerinnen und Schüler in den europäischen Schulen.

                          Zusammen mit dem Europarat arbeitet die aserbaidschanische Regierung an dem Projekt “Politik bezüglich Bildung von nationalen Minderheiten”.

                          Das internationale Projekt der Europäischen Union TEMPUS/TACIC sieht die Gewährleistung der technisch-finanziellen Hilfe in den aserbaidschanischen Hochschulen vor. Die im Rahmen dieses Projektes bereitgestellten Gelder belaufen sich auf 3,37 Millionen Euro.

                          Die USA realisiert das Projekt “Partnerschulen zwischen den USA und den GUS-Ländern”. Im Rahmen dieses Projektes hielten sich 25 Schüler aus fünf Schulen in Baku für einen Monat in den Schulen der USA auf. Gleiche Zahl der US-Schüler besuchten aserbaidschanische Schulen.

                          Auch die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) aus Deutschland arbeitet mit der aserbaidschanischen Regierung im Bildungsbereich gut zusammen. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wurden 44 Schulen in den aserbaidschanischen Distrikten Chysy, Devetschi und Siyasan renoviert und vier neue Schulen gebaut.

                          Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) koordiniert die deutsch-aserbaidschanische Zusammenarbeit im Hochschul- und Forschungsbereich. Nach der Aufnahme der bildungspolitischen Kontakte zwischen Aserbaidschan und Deutschland wurden seit 1992 mehr als 430 gemeinsame Programme durchgeführt. Die Programme umfassen verschiedene Spektren der Zusammenarbeit, wie die Aufbau- und Magisterstudien, Sprachkurse, Forschungsaufenthalte usw.

                          In der bildungspolitischen Zusammenarbeit zwischen Aserbaidschan und Japan sind die Aktivitäten der japanischen Botschaft in Baku zu würdigen. Die japanische Botschaft unterstützt vor allem den Bau und den Wiederaufbau der Schulen in den aserbaidschanischen Regionen.

                          Die Aserbaidschanische Regierung wirkt auch im sog. Bologna-Prozess im Bildungsbereich der europäischen Länder mit. Dieses Programm beinhaltet die gegenseitige Anerkennung von Hochschulabschlüssen in den Ländern des Europarates.

                          Allgemeine Schulpflicht ist von 6 bis 17 Jahren. An den 17 Universitäten oder Hochschulen sind 26% der altersrelevanten Bevölkerung eingeschrieben. Analphabetenrate beträgt bei Männern 0,3% und bei Frauen 0,5%.

                          In Aserbaidschan gibt es zahlreiche wissenschaftliche Forschungseinrichtungen. Anfang 2001 betrug die Anzahl der Hochschulen, Forschungsinstitute und andere wissenschaftliche Einrichtungen 137.

                        1. Kultur

                          1. Geschichte

                            1. Vor- und Frühgeschichte

                              1. Die Eigenart der geographischen Lage Aserbaidschans zwischen den hohen Bergen des Kaukasus und dem Kaspischen Meer hat in vielerlei Hinsicht die Besonderheiten seiner geschichtlichen Entwicklung bestimmt. Vor alters überschnitten sich hier die Karawanenwege, über die der Handel zwischen dem Orient und dem Abendland stattfand: eine Nahstelle verschiedener Zivilisationen, Nationen und Kulturen.

                                Im Laufe der Zeiten entwickelten sich im Lebensraum der Aserbaidschaner viele Kulturen und Gemeinschaften. Zeugnisse der einstigen Größe dieser Länder legen einige Städte des Landes ab. Jede dieser Städte stellt gleichsam ein Kapitel der Geschichte des Landes dar. So haben die Bewohner von Nachtschywan bereits seit dem fünften bis vierten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung Lehmhäuser gebaut. Unter einem Hügel wurde ein Raum entdeckt, dessen Wände mit einem Ornament geschmückt sind, das mit roter Ockerfarbe auf den kalkgeweißten Putz aufgetragen wurde. Hier sind auch Knochen eines domestizierten Pferdes und anderer Haustiere entdeckt worden. In keiner der Ansiedlungen der Jungsteinzeit, die im Kaukasus, in Vorder- oder Mittelasien gefunden wurden, konnten die Archäologen ähnliche Funde nachweisen wie in Nachtschywan. Oder die Felszeichnungen in dem etwa 60 km südlich der Hauptstadt Baku befindlichen Gobustan, die fast 12 000 Jahre alt sind. Es gibt dort die Darstellungen von Ziegen, wilden Stieren, die sich in Fallen verfangen, Schweinen, Schafen, Hengsten und domestizierten Hunden (sie sind schon als Jagdhilfen eingesetzt!) und dazu Bilder von Tänzen, die bis heute im gesamten Orient lebendig sind (der Jalli oder Jello). Das wichtigste Glied in dieser Beweiskette aserbaidschanischer Präsenz ist die Darstellung von Booten einer ganz bestimmten Bauart, die vom norwegischen Wissenschaftler Thor Heyerdahl erforscht wurde. Der Norweger kam zu überraschenden Ergebnissen, die auf eine Verbindung Skandinaviens mit Aserbaidschan hinweisen. Er glaubte, dass die West-Küste des Kaspischen Meeres die Wiege der Zivilisation ist.

                                Der erste Staat Aratta auf dem Territorium Aserbaidschans entstand im 28. Jahrhundert vor Christus (v.Ch.) im Gebiet südlich und südöstlich des Urmiasees. Arattas Nachfolgestaaten waren der Lullubiten-Staat (23. Jahrhundert v.Ch.) und der Staat der Gutäer (22. Jahrhundert v.Ch.). Diese antiken Staaten, die politische, wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen mit Sumer und Akkad unterhielten und Teil der mesopotamischen Zivilisation waren, wurden von Dynastien türkischen Ursprungs regiert. Die turkophonen Völker, die das Gebiet Aserbaidschans seit alters her besiedelten, waren Feueranbeter und Anhänger einer der ältesten Religionen der Welt – des Zoroastrismus. Der Name „Aserbaidschan“ in seiner heutigen Form entstammt einer türkischen Kolokation, die „Land, edle Menschen, bewahrer des Feuers“ bedeutet.

                                In der zweiten Hälfte des neunten Jahrhunderts v. Ch. begann sich ein anderer verhältnismäßig stärkerer Staat Manna im Kampf gegen zwei starke Reiche, Assyrien und Urartu, herauszubilden. Zwei Jahrhunderte später geriet dieser Staat unter die Herrschaft des Meder-Reiches und büßte seine Selbständigkeit ein. Im 4. Jahrhundert v. Ch. entstanden zwei aserbaidschanische Staaten – Kaukasisches Albanien im Norden und Atropatene im Süden Aserbaidschans. Die Völker des Königreichs Albanien gehörten unterschiedlichen Nationalitäten an, die meisten von ihnen sprachen Turksprachen. 313 n.Ch. nahm Albanien das Christentum an. Es war ein autokephaler Katholikostaat. Die albanische Kirche war unabhängig von anderen christlichen Kirchen und propagierte das Christentum unter den nordkaukasischen und turksprachigen Völkern. Zum Königreich Albanien gehörte auch das heutige Karabach.

                              1. Mittelalter

                                1. Vom siebenten bis zum zehnten Jahrhundert unterstand Aserbaidschan den arabischen Kalifen, unter deren Herrschaft das Land vollständig islamisiert wurde (abgesehen von einem kleinen Teil der Albaner in Karabach, die am christlichen Glauben festhielten). Trotz eines gewissen wirtschaftlichen Aufschwungs in jenen Tagen, und obwohl sich zahlreiche Städte zu blühenden Metropolen entwickelten, empfanden die Aserbaidschaner die arabische Herrschaft als Unterjochung. Es ist nicht zufällig, dass sich einer der stärksten Aufstände im arabischen Kalifat in Aserbaidschan unter Leitung von Babäk ereignete, der von 818 bis 838 gegen die ausländischen Ausbeuter kämpfte und sechs Armeen der Kalifen zerschlug. In 838 wurde Babäk in der arabischen Stadt Samira öffentlich hingerichtet.

                                  Mit dem Ende dieser Epoche bildeten sich sofort freie aserbaidschanische Staaten wie Scheddadis, Atabej-Eldegisen, Schirwanschachen heraus, die als Kernstücke der späteren kulturellen und politischen Entwicklung des Landes gelten. Das 12. und 13. Jahrhundert sah das Aufblühen des Fürstentums der Chatschen in der Berg-Karabach-Region, die von albanischen Königen regiert wurde. Die Regierungszeit von Hasan Dschala (1215 bis 1262) brachte eine albanische Renaissance. Unter ihm wurde der Bau der Gandassar-Klosteranlage vollendet.

                                  Einen schweren Rückschlag brachte der Mongolensturm im 13. Jahrhundert doch unmittelbar darauf erholte sich Aserbaidschan wieder.

                                  Anfang des 14. Jahrhunderts begann im Norden von Aserbaidschan der neue Aufstieg der Schirwanschahen, während sich im Süden Garagojunlus, und später Aghgojunlus entwickelten. 1501 wurde das Safawiden reich mit der Hauptstadt Täbris gegründet, das zum ersten Mal alle Gebiete Aserbaidschans in einem Staat vereinigt hat. Der Gründer dieses Staates ist Aserbaidschaner Schah Ismail I (war an der Macht 1502-1524), der auch als berühmter aserbaidschanischer Dichter unter dem Pseudonym Chatai bekannt ist. Das Safawidenreich erstreckte sich vom Amu-Darja bis zum Euphrat, von Derbent bis zu den Küsten des Persischen Golfes und erreichte insgesamt 2.800.000 Quadratkilometer. Nun setzte sich das Aserbaidschanische als Staatssprache durch, und die Wissenschaften, vor allem die Naturwissenschaften, wurden entwickelt.

                                1. Neuzeit

                                  1. Ende des 16. Anfang des 17. Jahrhunderts geriet Aserbaidschan unter Kontrolle der Osmanen und nach der Ermordung von Schah Nadir 1747 entstanden über 20 kleine aserbaidschanische Staaten (Chanate) wie Karabach, Schäki, Kuba, Nachtschywan, Derbent, Talysch u.s.w. Berg-Karabach, das von aserbaidschanischen Moslems und albanischen Christen bewohnt wurde, war Teil des aserbaidschanischen Khanats Karabach, das sich zwischen den Flüssen Kür und Aras erstreckte. Auch die örtlichen Herzogtümer – Melikdoms – Disak, Gülüstan, Chatschyn, Tschiläberd und Wärändä waren Teil des Karabach-Chanats.

                                    Die Chanate stritten heftig miteinander um die Herrschaft über das ganze Land. Dieser Zustand war sehr behilflich für die Durchsetzung der Eroberungspläne Russlands und Persiens gegenüber Aserbaidschan. Eine ganze Reihe der Chanate griffen zu den Waffen, um ihre Unabhängigkeit zu verteidigen. Am 14. Mai wurde am Ufer des Flusses Kür, an einem Ort genannt Küräktschaj, ein Vertrag mit dem aserbaidschanischen Chan Ibrahim Chälil unterzeichnet, gemäß dem sich das unabhängige Chanat Karabach russicher Oberhoheit unterwarf. Dieser Vertrag hat bis heute Bedeutung, denn er beweist, dass Karabach auch historisch ein Teil Aserbaidschans war.

                                    Nach langjährigem Eroberungskrieg zwischen Russland und Persien wurde im Jahre 1828 in Türkmäntschaj, in der Nähe von Täbris, ein Abkommen unterzeichnet, das die folgenschwere Aufteilung Aserbaidschans unter die beiden Siegermächte brachte. Ganz Nordaserbaidschan nördlich des Flusses Aras fiel an Russland, die Gebiete südlich davon fielen an Persien. Zur Festigung seiner Fremdherrschaft in Südkaukasus siedelte Russland hier aus dem Iran und der Osttürkei an die 200.000 Armenier, vor allem in Berg-Karabach (120.000 davon), aber auch in Nachtschywan und Jerewan. Nach einem Erlass von Zar Nikolai I. vom 21. März 1828 wurden die Chanate Nachtschywan und Jerewan aufgelöst und durch eine neue administrative Einheit – das Gebiet Armenien – ersetzt, dass von russischen Beamten verwaltet wurde. 1849 wurde das Gebiet Armenien in die Provinz Jerewan umbenannt. Zudem konnten die Armenier die Russen überzeugen, das Albanische Patriarchat, das in Aserbaidschan weiterhin bestand, aufzulösen und dessen Eigentum der armenischen Kirche zu übergeben.

                                    Das Kolonialjoch führte zu Aufständen. Ende des 19. Anfang des 20. Jahrhunderts mit einer gewissen Verzögerung, bedingt durch die Fremdherrschaft, erreichten die Ideen der Aufklärung Aserbaidschan, das Verlangen nach Freiheit und Unabhängigkeit brach sich Bahn. Die Arbeiter- und Bauernbewegung bildeten sich rasch heraus, alles geprägt von Nationalstolz und Streben nach Selbstständigkeit. Die Revolution von 1917 und der Zusammenbruch des Zarenreichens boten Aserbaidschan die Chance, auf die es so lange gewartet hatte.

                                  1. Moderne

                                    1. Am 28. Mai 1918 wurde die Volksrepublik Aserbaidschan, mit der Hauptstadt Gändschä, ausgerufen. Dieser Staat, der die erste parlamentarische Demokratie überhaupt im islamischen Orient war, hielt 23 Monate. Im Laufe ihrer kurzfristigen Existenz hatte die Republik sichtbare Errungenschaften erreicht. Zum Beispiel, die neue Gesetzgebung vom Jahre 1918 hatte das universale Wahlrecht für alle gewährleistet. Das arabische Alphabet wurde durch die lateinische Schrift ersetzt, eine wahrhaft revolutionäre Tat, die Aserbaidschan den Zugang zur Wissenschaft und der Technik des Westens ermöglichte. Die erste Universität in Baku – Bakuer Staatliche Universität wurde gegründet. Die Grundbesitzreform wurde abgehalten, die multinationale Regierung mit einem vielparteilichen und multinationalen Parlament wurde gegründet. Im Januar 1920 wurde Aserbaidschan de facto von den Alliierten als unabhängiges Land anerkannt. Aber am 28. April 1920 wurde die Volksrepublik Aserbaidschan durch Sowjetrussland erobert, womit Aserbaidschan abermals seine Freiheit einbüßte. Von 1922 bis 1936 war Aserbaidschan Mitglied der Transkaukasischen Föderativen Sowjetrepublik der UdSSR, dann erfolgte die Eingliederung der Aserbaidschanischen Sozialistischen Sowjetrepublik in die UdSSR.

                                      Aserbaidschan erlebte gemischte Erfahrungen als Unionsrepublik. Sein Reichtum stand ausschließlich den Machthabern in Moskau zur Verfügung, die Aserbaidschan und seine Bodenschätze rücksichtslos ausbeuteten. Das Sowjetregime gab sich große Mühe, die Anstrengungen der aserbaidschanischen Intelligenz, die eigene ethnische Identität zu manifestieren und die wahre Geschichte des Landes zu studieren, zu unterdrücken. Während der Sowjetzeit wurden die Gebiete Sängäsur, ein Teil Nachtschywans und andere Kreise aus Aserbaidschan ausgegliedert und dem benachbarten Armenien zugeschlagen. Im Ergebnis wurde das Territorium Aserbaidschans, das in der Zeit der ersten Republik 114 000 Quadratkilometer groß war, bis 1921 auf 86 000 Quadratkilometer verkleinert.

                                      1988 bis 1990 setzte sich die nationale demokratische Bewegung Aserbaidschans kraftvoll für die Wiederherstellung der Unabhängigkeit ein. Am 23. September 1989 zählte Aserbaidschan zu den ersten Sowjetrepubliken, die ihr eigenes Verfassungsgesetz „Über die Unabhängigkeit“ annahmen. Um diese Bewegung zu unterdrücken, wurden am 20. Januar 1990 mit Zustimmung des damaligen Generalsekretärs des KPdSU Michail Gorbatschow Truppeneinheiten nach Baku entsandt. Ihre Aktionen, die mit ungewöhnlicher Grausamkeit geführt wurden, hinterließen Hunderte tote und verletzte Aserbaidschaner. Trotz dieser Rückschläge mündete der Unabhängigkeitskampf der patriotischen Kräfte in die Annahme der Erklärung „Über die Wiederherstellung der Staatlichen Unabhängigkeit der Republik Aserbaidschan“ am 31. August 1991. Am 18. Oktober 1991 wurde das Gesetz bestätigt, das die staatliche Unabhängigkeit etablierte. Es gründete sich die Republik Aserbaidschan. 1995 wurde die Verfassung der jungen Republik angenommen.

                                      1988 noch in den Zeiten der ehemaligen UdSSR hat Armenien angefangen, gegen Aserbaidschan Gebietsansprüche zu erheben. Als Folge der ethnischen Säuberung wurden bis 1989 250.000 in Armenien lebende Aserbaidschaner aus dem Land vertrieben. Bis 1993 eroberte Armenien mit der ausländischen Militärhilfe 20% (16.000 km 2 ) des gesamten Staatsgebietes Aserbaidschans. Die bitterste Folge dieser Eroberung war die Vertreibung der 750.000 Aserbaidschaner (50.000 aus der Berg-Karabach Region und 700.000 aus den umliegenden 7 Regionen) aus diesen Gebieten Aserbaidschans. Somit drängten rund eine Million Flüchtlinge aus den eroberten Gebieten in die Städte Aserbaidschans, mit allen negativen Folgen der Arbeitslosigkeit, Problemen der Versorgung, der Hygiene, des Zusammenlebens auf engstem Raum. Seit Ende 1994 herrscht ein Waffenstillstand zwischen beiden Ländern. Die Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien werden im Rahmen der OSZE-Minsker Gruppe fortgesetzt, aber bisher ohne jeglichen Erfolg.

                                      Heute ist Aserbaidschan Mitglied vieler internationaler Organisationen wie Europarat, UNO, OSZE, Nato-Programm “Partnerschaft für Frieden”, Neue Nachbarschaftspolitik der EU, Euroatlantischer Partnerschaftsrates u.s.w. Aserbaidschan ist heute ein sich rasch demokratisch und wirtschaftlich entwickelnder Staat mit aussichtsreichen Zukunftsperspektiven, in dem trotz der kommunistischen und totalitären sowjetischen Vergangenheit und eines gegen ihn gerichteten zerstörerischen Okkupationskrieges Armeniens demokratische Institutionen nachhaltig aufgebaut werden und sich eine aktive Bürgergesellschaft allmählich etabliert.

                                      Die Rolle von Präsident Hejdar Alijew, der nach seiner Machtübernahme 1993 den Bürgerkrieg und die Zersplitterung des Landes verhinderte und sich 10 Jahre lang der Verstärkung der Unabhängigkeit der Republik widmete, ist hochzuschätzen. Seine Außen- und Innenpolitik wird heutzutage erfolgreich von Präsident Ilham Alijew fortgesetzt.

                                  2. Tourismus

                                    1. “Soviel ich habe in Erfahrung bringen können”, berichtet der Reisende Freiherr Max von Thielmann über seine Kaukasusreise im Jahr 1872, “ist die Zahl der europäischen Vergnügungsreisenden im Kaukasus bis jetzt eine äußerst geringe: mit zwanzig bis dreißig jährlich ist sie eher zu hoch als zu niedrig angeschlagen und auch von dieser mäßigen Zahl bewegt sich der weitaus größte Teil auf der gebahnten Straße, ohne in das Land selbst einzudringen. an Großartigkeit steht es freilich keinem mir bekannten Lande nach, und seinen Hauptreiz, die urwüchsige Natur, kann nur der gebührend schätzen, der sie selbst gesehen hat.Ich selbst kann den Kaukasus jedem Freunde der Natur dringend zum Besuche empfehlen, und kann versichern, dass ein solcher nie unbefriedigt von dort zurückkommen wird.”

                                      Heute werden im Kaukasus wesentlich mehr Besucher gezählt als vor 120 Jahren. In den letzten Jahren, insbesondere seit der Beendigung der Kriegshandlungen, öffnet sich Aserbaidschan verstärkt dem Tourismus. Zu Sowjetzeiten galt Aserbaidschan ohnehin bereits als bekannte Urlaubs- und Kurregion. So reisten im Jahr 1985 mehr als 525.000 Menschen aus allen Teilen der Sowjetunion zu Kur- und Urlaubsaufenthalten in die Urlaubsgebiete von Aserbaidschan. Das erste Kursanatorium in Aserbaidschan wurde im Jahr 1924 in Mardakan am Meer eröffnet – dort, wo früher die Paläste der Ölindustriellen von Baku standen. Das Land verfügt über 150 Kilometer reinen Sandsstrand am Kaspischen Meer, die Bedingungen dort gelten als klimatisch und balneologisch günstig – das Klima an der Westküste wird dem Mittelmeertyp zugeordnet -, und das Wasser des Kaspischen Meers ist reich an mineralischen Salzen.

                                      Als in der ganzen Welt einzigartig gilt das Vorkommen des heilenden Erdöls Naftalan in Aserbaidschan, von dem und dessen gesundheitsfördernder Anwendung bereits Marco Polo nach seiner Erkundung der Region berichtet hat. Im letzten Jahrhundert organisierten gar deutsche Unternehmer die Gewinnung und den Export des Heilerdöls nach Europa. An dem Ort des Vorkommens des Erdöls ist im Laufe der Zeit der Kurort Naftalan entstanden. Mit dem Erdöl, das äußerliche Anwendung findet, werden insbesondere Rheuma, Hautkrankheiten und Erkrankungen des Nervensystems behandelt. In Naftalan steht auch ein in seiner Art einzigartiges Museum: Dort können jene Krücken besichtigt werden, die K ranken dagelassen haben, weil sie diese Krücken nach der Behandlung nicht mehr brauchten. Naftalan – so heißt auch das balneologische Heilzentrum, das in der ganzen Sowjetunion für seine Heilerfolge bekannt war. Es liegt 340 Kilometer westlich von Baku. Die Heilerfolge, die dem sogenannten “weißen Erdöl” zugeschrieben werden, das hier aus den Tiefen der Erde gewonnen wird, sind noch restlos erforscht, so dass immer wieder neue Meldungen aus Naftalan in die Welt dringen.

                                      Auch die Mineralbäder von Aserbaidschan genießen Bekanntheit über die Republik hinaus. Das Land ist reich an Mineralwasserquellen – die bekanntesten sind die Quellwassersorten Badamly, Sirab und Darydag sowie die Heilwassersorten Turschsu, Istisu und Galaalti.

                                      Wie sehr Aserbaidschan im Gesamtbild der ehemaligen Sowjetunion das Attribut Heil-, Kur- und Urlaubsregion zugeschrieben wurde, zeigt sich daran, dass die Unionsregierung in Moskau an der aserbaidschanischen Küste des Kaspischen Meeres eine Kurortzone mit Bedeutung für die gesamte Sowjetunion einzurichten vorhatte. Nach den politischen Umwälzungen, der staatlichen Unabhängigkeit und den Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan, in dessen Folge viele Hunderttausende aserbaidschanische Flüchtlinge wenigstens notdürftig mit Wohnungen zu versorgen waren, wurden jedoch in zahlreichen Sanatorien, Kurheimen und Touristenanlagen Kriegsflüchtlinge untergebracht. Diese wohnen zum Teil bis heute in manchen Hotels und Anlagen und warten auf den Tag, an dem sie in ihre Heimatgebiete zurückkehren werden. Trotzdem setzen die politische Führung des Landes und inzwischen auch private Reiseanbieter in Aserbaidschan auf die touristische Attraktivität des Landes. Insbesondere die Gesellschaft “Improtex – Travel, Tours and Conferences” -, gegründet 1991 und einer der führenden Reiseveranstalter in Aserbaidschan, bietet Kultur- und Abendtouren durch Aserbaidschan, die für den Individualreisenden von Interesse sein können.

                                      Improtex wirbt auch mit dem, was dieses Land neben den Schönheiten von Natur, Kultur und Landschaft so attraktiv macht: mit der Gastfreundschaft der Menschen. In Baku gibt es inzwischen Hotels, die den Vergleich mit westeuropäischem Niveau nicht scheuen müssen – an der Spitze das “Hotel Hyatt Regency”, “ISR Plaza-SAS Radisson”, “Oasis” oder “Grand Europe Hotel”, Fünf-Sterne-Hotels und nur fünf Minuten von der Innenstadt entfernt, mit allem denkbaren Komfort. Die Übernachtung in Baku gibt es aber auch billiger und trotzdem mit Niveau: die Hotels “Intourist”, “Azerbaijan” oder “Absheron” sind alle relativ zentral gelegen, wurden umfangreich modernisiert und sind idealer Ausgangspunkt, die Stadt und das Land kennenzulernen.

                                      Die Reiseveranstalter bieten zumeist komplette Programme. Sei es ein Baku-Sight-Seeing von zwei Stunden Dauer, eine Führung durch die Altstadt “Itscheri Scheher” von drei Stunden oder eine Fahrt zum Feuertempel Ataschgah – die Touristen werden von Fachleuten geführt und in ihrer Sprache betreut. Auch eine kleine Kreuzfahrt durch die Bucht von Baku im Kaspischen Meer ist möglich oder ein Besuch des Naturdenkmals “Gobustan”, der Felsenschlucht mit den antiken Zeichnungen, die 10 000 Jahre alt sind. Mehrtägige Fahrten, die von Baku ausgehen, werden von den Reiseveranstaltern organisiert – sie bieten alles, um das Land von seiner besten vielfältigen Seite kennenzulernen: Kultur, Folklore und Kulinarisches. Eingekehrt wird in landestypischen Häusern, und die Gastfreundschaft der Menschen lässt die Gäste sich überall wohl fühlen.

                                      Eine der beliebten Ausfahrten geht über die Stadt Shamakhy nach Lahic, die andere über Shamakhy nach Pirguli. Die antike Stadt Shamakhy liegt auf etwa 800 Metern über dem Meeresspiegel am Südhang des großen Kaukasusgebirges im Norden der Republik Aserbaidschan. Die Stadt wurde im 6. Jahrhundert gegründet und war die Hauptstadt der einflussreichen “Schirwan Shahs” (mittelalterlicher aserbaidschanischer Staat). Es gibt hier zahlreiche Denkmäler und Gebäude zu besichtigen, die auch die dramatischen Erdbeben in der Geschichte der Stadt überstanden haben: die “Freitagsmoschee” aus dem 10. Jahrhundert, das “Yeddi-Gumbez-Mausoleum”, das 1402 gebaut wurde, und die Ruinen der Burg von Gulistan, die im 11. und 12. Jahrhundert errichtet wurde. In Pirgulu steht das größte astronomische Teleskop der Region. Für lange Zeit war Shamakhy einer der wichtigsten Haltepunkte der berühmten Seidenstraße, des Handelswegs von Europa in den Fernen Osten. In Shamakhy wurden zahlreiche berühmte aserbaidschanische Dichter wie Khagani, der im 12. Jahrhundert lebte, Nassimi, im 14. Jahrhundert, und Sabir (1862-1911) geboren. Die Umgebung von Shamakhy ist reich an grünen Wäldern. Das Klima ist mild und angenehm. Die Bevölkerung arbeitet zum großen Teil in den Weinbergen, in der Viehzucht oder in der Landwirtschaft.

                                      Die Küste von Khachmaz und Yalama sind andere Ziele, die in Ein- oder Zweitagestouren von Baku aus besichtigt werden können. Die Küste des Kaspischen Meeres im Nordosten von Aserbaidschan gehört zu den schönsten Küstenteilen des gesamten Meeres. Die abwechslungsreichen Uferformationen mit Wäldern, die bis an das Ufer heranreichen, und mit den gar nicht weit entfernten Mineralwasserquellen zählen zu den attraktivsten Landstreichen Aserbaidschans überhaupt. Gemüse und Obst sind die Erzeugnisse dieser Region, wobei aus den Früchten auch hervorragende Fruchtsäfte gemacht werden. Ebenso Fischfang und Viehzucht werden hier betrieben. Khachmaz ist bekannt für seine historischen Ausgrabungen, bei denen antike Gräber aus der Bronzezeit entdeckt wurden – Funde aus den Gräbern können im historischen Museum von Khachmaz besichtigt werden. Die Tour kann noch weitergeführt werden nach Kuba, weiter im Norden – in jene Stadt, die bekannt für ihre architektonischen Eigenheiten wie die “Juma-Moschee” und die “Moschee von Sakine-Khanum” ist. Auch das historische Museum in Kuba, das nach dem großen aserbaidschanischen Denker Bakikhanov benannt ist, lohnt einen Besuch.

                                      Eine der ältesten Siedlungsstätten und eines der Zentren aserbaidschanischer Kultur ist Sheki im Nordwesten des Landes. Die Stadt wurde vor über 2.700 Jahren in den südlichen Ausläufern des Großen Kaukasus gegründet und liegt rund 370 Kilometer von Baku entfernt. Besonders architektonisches und kulturelles Denkmal ist der Königspalast des Sheki Khans, der 1762 erbaut wurde, sowie die Burg “Gälasän Göräsän”. Der gesamte Palast wurde ohne einzigen Nagel gebaut und gehört zu den herausragenden Gebäudeensembles dieser Epoche.

                                      Über Jahrhunderte hinweg war Sheki bekannt als Zentrum der Seidenraupenzucht. Auch Tabak, Früchte, Gemüse und Korn werden hier seit Urzeiten angebaut. Ein historisches Museum, Karawaneserien, die als Hotel restauriert sind, die Arbeiten von Juwelieren und nicht zuletzt die Süßspeisen sind nicht nur in Sheki, sondern im ganzen Land bekannt.

                                      Lenkoran im Süden Aserbaidschans, rund 350 Kilometer von Baku, liegt an der Küste des Kaspischen Meeres. In früheren Zeiten war Lenkoran über mehrere Jahrhunderte hinweg das Zentrum eines Herrschaftsgebietes, des “Talysch Khanlyg”. Bauten aus dem 18. und 19. Jahrhundert zeugen noch von dieser Zeit. “Unser Weg zog sich nun stets längs des Meeres hin”, schreibt Freiherr Max von Thielmann über seinen Besuch in Lenkoran im Jahr 1872, “meist so nah, dass die Wellen die Hufe unserer Pferde bespülten, zu unserer Rechten hatten wir bald undurchdringliches, üppig grünes Gebüsch, bald weite rohrbewachsene Sümpfe, von einer Unzahl von Wassergeflügel, Enten, Pelikanen und schönen weißen Löffelreihern belebt. Später führte der Weg durch Wälder von wilden Granatbäumen, deren reife Früchte zur Verfügung jedes Wanderers standen; der angenehm säuerliche Geschmack der saftigen Kernhülle ist namentlich an heißen Tagen erfrischend und gilt die Frucht auch in fieberreichen Gegenden als durchaus ungefährlich.” Eine weitere Attraktion gab es bis zum Anfang dieses Jahrhunderts in Lenkoran: die Tigerjagd. Max Freiherr von Thielmann berichtet von seiner Reise: “…Unser Gespräch ging sodann auf Lenkorans Berühmtheit, die Tigerjagd, über: er teilte mir aber zu meiner Enttäuschung mit, dass in Folge hoher Schussprämien der Tiger in seinem Kreise so sehr abgenommen habe,, dass es ihm selbst in den drei Jahren seines Aufenthalts noch nicht gelungen sei, ein gutes Fell aufzutreiben; einzelne schwäche Exemplare würden allerdings noch jedes Jahr geschossen. Im Übrigen scheint der Tiger sowohl hier als auch in den persischen Provinzen Gilan und Mazandaran viel harmloser zu sein als in Ostindien…”

                                      Das subtropische Klima von Lenkoran und die fruchtbaren Böden dieser Gegend lassen hier verschiedene Zitruspflanzen, Tee, Reis und eine Vielzahl an Gemüsen wachsen. Auch für seine Nationalparks ist Lenkoran weit bekannt – in “Gizilagadsch” beispielweise können über 250 verschiedene Arten von Pflanzen, 30 seltene Arten von Fischen und mehr als 220 verschiedene Vogelarten beobachtet werden. Der “Gyrcan-Nationalpark” ist bekannt für seine Bäume aus antiker Zeit wie den “Demir-Agadsch” (den “Eisernen Baum”) und “Samschit” (Schachtel-Baum). In dieser Gegend wohnen viele Menschen, die über 100 Jahre alt sind.

                                      Für Reisenden im Land gibt es noch eine Vielzahl von Angeboten, beispielweise Kreuzfahrten auf Motorbooten oder Segelbooten mit Fischfang im Kaspischen Meer, Entdeckungsreisen auf den Spuren der aserbaidschanischen Kunst, Kultur und Anthropologie, religiöse Studienreisen oder gastronomische und folkloristische Unternehmungen, Sport- und Abenteuerreisen vom Bergstein und – wandern bis zur Unterwasserjagd im Kaspischen Meer.

                                    1. Aserbaidschan und Baden-Württemberg

                                      1. Die Geschichte der Schwaben in Aserbaidschan
                                        Im Zeitraum vom 19. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts haben die Württemberger im Südkaukasus Dutzende von deutschen Kolonien gegründet. 1819: Eine hoffnungsvolle Zeit begann, in der sich die neue Heimat Aserbaidschan bald schon als Land erweisen sollte, in dem Milch und Honig fließen. In diesem Jahr gründeten die Neuankömmlinge die erste deutsche Kolonie und nannten sie Helenendorf (heute Chanlar). In Aserbaidschan wurde eine weitere Kolonie ein bißchen später zusammen mit der Bahnhofsstation Schamchor in Annenfeld, 1888 in Georgsfeld (Siedlung Tschinarly im Schamkirskij-Bezirk), 1902 in Mekseewka (Akstaflnskij-Bezirk), 1906 in Grünfeld (Akstafinskij-Bezirk) und in Eigenfeld (Schamkirski-Bezirk), 1912 in Traubenfeld (Towuzski-Bezirk) sowie 1914 in Elisavetinka (Akstafinski-Bezirk) gegründet.
                                        Als zu Beginn des 19. Jahrhunderts rund 500 Familien landloser Bauern, der Einladung des Zaren folgend, das deutsche Königreich Württemberg verließen, um Armut und politischer Willkür zu entfliehen, fanden sie nach Tausenden von Kilometern Aufnahme im damals zum Russischen Reich gehörendem Aserbaidschan. Für zwölf Jahrzehnte hatten die Deutschen hier eine Heimat, in der sie erfolgreich wirtschafteten, große Vermögen und hohes gesellschaftliches Ansehen erwarben. Aserbaidschan hat seine Siedler großherzig aufgenommen.
                                        Der erste Weltkrieg wirkte sich auf die Entwicklung der deutschen Kolonien negativ aus. Viele deutsche Familien wurden in den europäischen Teil des russischen Imperiums nach Sibirien verbannt. Trotz des Protestes der aserbaidschanischen Bevölkerung betraf die Übersiedlung häufig auch die Deutschen in Aserbaidschan. Und nur der Zerfall des russischen Imperiums im Jahr 1917 und die Bildung des unabhängigen Aserbaidschan hielten den Vorgang der Deportation der Deutschen kurzfristig auf. Die Nationalregierung des unabhängigen Aserbaidschan ergriff Maßnahmen zur Schaffung von normalen Bedingungen für alle nationalen Minderheiten. Zu dieser Zeit erreichte die Zahl der deutschen Bevölkerung 6.000 Menschen. Am 19. November 1918 nahm der Nationale Rat Aserbaidschans das ,,Gesetz über die Bildung des Aserbaidschanischen Parlaments” an, demzufolge im Parlament proportional zur Bevölkerung Aserbaidschans auch nationale Minderheiten vertreten waren. Von den 120 Abgeordnetensitzen wurde ein Sitz für einen Vertreter der deutschen Bevölkerung sichergestellt. Die Politik der aserbaidschanischen Regierung im Hinblick auf die deutschen Kolonien empfand man als Unterstützung. Die zu dieser Zeit verschickten deutschen Familien kehrten nach Aserbaidschan in ihre Heimatorte zurück.
                                        Feierlich begingen die Deutschen 1919 den 100. Jahrestag der Gründung von Helenendorf. Es wurde eine Forschungsarbeit über die Geschichte der Kolonien durchgeführt. Zu dem Jubiläum wurden Broschüren und Photoalben herausgegeben sowie ein Dokumentarfilm über die Jubiläumsfeier gedreht. Einigen Quellen zufolge wurden dieser Film sowie die Dorfarchive in den ersten Jahren der Sowjetregierung nach Deutschland ausgeführt. Ihre Entdeckung könnte auf einige Ereignisse der Geschichte der deutschen Kolonien in Aserbaidschan ein Licht werfen.
                                        Die bäuerlichen deutschen Siedler in Aserbaidschan wirtschafteten nicht nur nach alten deutschen Anbaumethoden, sie kopierten auch rasch ihre kaukasischen Nachbarn und pflanzten einheimischen Reis, Tabak, Oliven und Baumwolle an oder stellten Stoffe aus der traditionellen Seidenzucht der Aserbaidschaner her. Schon 20 Jahre nach der Gründung gab es in Helenendorf acht Schuhmacher, vier Schneider, acht Schmiede, vier Tischlereien und mehrere Wagnereien für Fuhrwerke, die das ganze Land belieferten. Als die Siedler sich Anfang des 20. Jahrhunderts dem Weinanbau zuwandten, produzierten sie auch die besten Eichenfässer der Region. Die ersten deutschen Genossenschaften entstanden, 1904 z. B. die “Hilfe” in Helenendorf zur Herstellung von Wein und Cognac, die Genossenschaft “Einverständnis” für die Wodkaproduktion und in Georgsfeld die “Hoffnung”, die sich ganz dem Wein verschrieb.
                                        Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wuchs die Zahl der Deutschen auf über 13.000 an. Mit ausdrücklicher Unterstützung der Regierung der Volksrepublik Aserbaidschan bildete sich der Transkaukasische Deutsche Nationalrat. Er erstreckte sich mit Billigung der georgischen Regierung auch auf deutsche Siedlungen in Georgien. Die Siedler bauten Schulen, Kirchen, Ausbildungs- und Kulturstätten, und die Söhne der reichen Kolonisten studierten an den Hochschulen in Baku.
                                        Mit der Etablierung der Sowjetmacht in Aserbaidschan fing eine tragische Periode in der Geschichte der deutschen Kolonien im Südkaukasus an. 1920 eroberte das Sowjetrussland mit dem Einmarsch der Roten Armee Aserbaidschan. Und mit der Verstaatlichung des Landes wurden auch Privateigentum, Bodenbesitz und Unternehmen der Kolonisten entschädigungslos enteignet. In den Dörfern lösten die Kommunisten die deutschen Selbstverwaltungen auf. Um nicht alles zu verlieren, gründeten die einst vermögenden Familien Produktionskollektive. Das Kollektiv “Concordia” war trotz starker staatlicher Beschränkungen so erfolgreich, dass es bis 1929 rund 160 Verkaufsstellen in der ganzen Sowjetunion einrichten konnte. “Concordia” stellte nicht nur Wein her, sondern richtete Schulen ein, finanzierte Kultureinrichtungen und unterhielt chemische Forschungslabors, in denen unter anderem Schädlingsbekämpfungsmittel hergestellt wurden.
                                        Die Mitgliederzahl des Kooperatives ,,Concordia” stieg an. So zählte sie 1926 1.587, 1927 1.832 und 1928 2.100 Mitglieder. Außer in Baku eröffnete die ,,Concordia” Filialen in Tbilissi, Moskau, Kiew, Leningrad, Rostow, Samar, Saratow, Perin und Swerdlowsk.
                                        Den Moskauer Stellen passte der Erfolg der Deutschen nicht ins Konzept. Ende 1929 wurden die Kollektive der Siedler kurzerhand umstrukturiert und schließlich gewaltsam in Kolchosen integriert. 1935 stellten Gerichte offiziell die vermeintliche „Schädlichkeit“ der deutschen Kollektive fest; Ende des gleichen Jahres waren fast alle führenden “Concordia”-Mitarbeiter verhaftet. Drei Jahre später durfte in den Schulen der Siedler nicht mehr in deutscher Sprache unterrichtet werden. In die Häuser und Einrichtungen verhafteter oder vertriebener Deutscher quartierten die Behörden insbesondere Armenier ein. Die Dörfer verloren alle ihre deutschen Namen.
                                        Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs breitete sich unter den 23.000 Deutschen eine verzweifelte Emigrationsstimmung aus. Manchen gelang es, beizeiten auszureisen. Viele, die es nicht rechtzeitig schafften, aber offen über Ausreisepläne sprachen, wurden von Moskau als Konterrevolutionäre verhaftet, in Lager geschickt oder gar hingerichtet. Im Oktober 1941 lebten noch 20.000 Deutsche in Aserbaidschan. Fast alle wurden durch das Sowjetregime nach Sibirien oder in die zentralasiatischen Sowjetrepubliken deportiert. Nach dem Ergebnis der Volkszählung von 1979 betrug die Zahl der Deutschen in Aserbaidschan nur noch 1.048 Personen.
                                        Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion sind viele Deutsche von Aserbaidschan auf Einladung der Bundesregierung nach Deutschland übersiedelt.

                                      1. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

                                        1. INTERVIEW mit Herrn Otto Hauser über die Menschenrechtssituation in Aserbaidschan in der Zeitung „Heilbronner Stimme“

                                            • „Mithelfen statt maßregeln“

                                            Beim diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC) am 26. Mai in Baku geht es um mehr als Musik. Aktivisten nutzen das Event, um auf Menschenrechtsverletzungen im Gastgeberland Aserbaidschan aufmerksam zu machen. Otto Hauser vertritt als Honorarkonsul ehrenamtlich die Interessen von Aserbaidschan. Unser Redaktionsmitglied Renée Ricarda Billau hat sich mit ihm über das Land und Grundrechte dort unterhalten.

                                            Herr Hauser, wo sind Sie am Abend des 26. Mai?

                                            Otto Hauser: In Baku. Ich bin zum ersten Mal bei einem Song Contest dabei und freue mich sehr darauf.

                                            Wie wird sich Aserbaidschan den Millionen von Zuschauern präsentieren?

                                            Hauser: Die Hauptstadt Baku wird sich als eine Stadt mit einem sehr modernen, aber auch einem historisch- traditionellen Gesicht darstellen. Man wird einem Land begegnen, wo die Gastfreundschaft an erster Stelle steht. Viele werden überrascht sein, mit welcher Offenheit man sich präsentieren wird.

                                            Einst waren ja auch Schwaben in Aserbaidschan zu Hause.

                                            Hauser: Zu Beginn des 19. Jahrhunderts haben sich etwa 1200 Familien aus dem Württembergischen Richtung Osten gemacht, 400 davon sind angekommen und haben Siedlungen gegründet. Es gibt heute noch Kirchen und viele deutsche Häuser, vor allem alte Keltereien, wie in Helenendorf. Die Weinkultur ist ein schwäbisches Erbe. In Aserbaidschan wachsen hervorragende Weine, man muss sie nur ein bisschen veredeln. Ich stehe daher in Kontakt mit Weinsberg, um Aserbaidschaner dort ausbilden zu lassen.

                                            Medienberichten zufolge dürfen nur die Journalisten einreisen, die auch eine Eintrittskarte für den Song Contest vorweisen können.

                                            Hauser: Wir haben ein vereinfachtes Visaverfahren für die Dauer des ESC eingeführt. Wenn jemand aus Anlass des ESC einreisen möchte, dann braucht er nur die Karte am Flughafen in Baku vorweisen und erhält direkt das Visa. Wenn aber jemand nicht zu dem Contest möchte, dann kann er hier zu uns ins Konsulat kommen und Visa beantragen, nur dauert das ein wenig länger. Jeder, der in das Land möchte, bekommt ein Visum.

                                            Aserbaidschan hat ja nicht den besten Ruf in Sachen Pressefreiheit.

                                            Hauser: In Aserbaidschan herrscht freie Meinungsäußerung. Natürlich ist alles noch nicht so vollendet wie in Deutschland nach vielen Jahrzehnten demokratischer Entwicklung. Aber Aserbaidschan ist Mitglied im Europarat und hat sich damit dem Thema Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten und Meinungsfreiheit verschrieben.

                                            Warum darf dann bis heute Christoph Strässer, der vom Europarat ernannte Sonderberichterstatter für politische Gefangene in Aserbaidschan, nicht einreisen?

                                            Hauser: Da gibt es in der Tat einige Irritationen. Er hatte, bevor er das Visum stellte, in einer nicht sonderlich freundlichen Art und Weise mit Aserbaidschan abgerechnet und das tut man eigentlich nicht, man sollte unvoreingenommen seinen Auftrag angehen. Und da hat man sich schwer getan, ihm ein Visum zu erteilen. Es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis er einreisen und sich umschauen kann.

                                            Sie sehen aber durchaus noch Verbesserungsbedarf?

                                            Hauser: Natürlich. Das Land ist jetzt seit 20 Jahren unabhängig und kommt aus dem sowjetischen System. Aserbaidschan wird sich demokratisch fortentwickeln, aber das passiert nicht von heute auf morgen. Es nützt nichts, wenn ich mit erhobenem Zeigefinger hingehe und sage, was sie alles falsch machen. Mithelfen statt maßregeln, das ist meine Devise.

                                            Im Zuge von Stadtverschönerungsprojekte soll die Regierung Zwangsräumungen durchgeführt haben. Unter anderem auch dort, wo die neue Konzerthalle entstanden ist.

                                            Hauser: Man möchte etwas Zukunftsträchtiges und Attraktives schaffen und dann kommt es – wie das bei uns auch der Fall ist – mitunter zu Enteignungen. Das sind zum Teil völlig marode Häuser. Den Leuten ist rechtzeitig mitgeteilt worden, dass sie ausziehen sollen und sie werden mit 1500 Euro pro Quadratmeter entschädigt. Manchen Leuten ist das nicht genug und sie wenden sich an die westlichen Medien und beschimpfen die Regierung. Dass ihnen Entschädigungsgeld und neue Wohnungen angeboten wurden, davon liest man in den deutschen Medien nichts. Dabei profitiert Deutschland vom ESC in Baku.

                                            Inwiefern?

                                            Hauser: Deutschland hat im Wert von 180 Millionen Euro Aufträge für Infrastruktur, Fahrzeuge und Multimediatechnik erhalten. Eine Firma aus München hat in einer unglaublich schnellen Bauleistung die Halle für 25 000 Zuschauer errichtet.

                                            Seit Jahren liegt Aserbaidschan mit seinem Nachbarn Armenien wegen der Region Bergkarabach im Clinch. Nach dem Tod eines Grenzsoldaten hat Armenien seine Teilnahme beim ESC nun abgesagt.

                                            Hauser: Zuvor wurde ein neunjähriger aserbaidschanischer Junge erschossen. Doch die Absage hat mich überrascht. Armenien hätte beweisen können, dass man unabhängig von der Politik miteinander singen kann. Man misst sich in einem Gesangswettbewerb und veranstaltet kein Säbelrasseln. Ich denke, der Song Contest soll zum Bauen von Brücken dienen. Ich finde es schade, dass man diese Brücke jetzt nicht betritt

                                          1. Presseerklärung der Botschaft der Republik Aserbaidschan zu Menschenrechten

                                              1. Presseerklärung

                                              Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev kündigt umfassende Reformen bei Menschenrechten und Grundfreiheiten an
                                              [ 31.01.2012 ]

                                              Staatspräsident Ilham Aliyev: „Umfassende Reformen zu Menschenrechten und sozialen Grundfreiheiten sind auf den Weg gebracht.“

                                              Der Präsident der Republik Aserbaidschan, Ilham Aliyev, hat ein umfassendes nationales Aktionsprogramm für einen effektiveren Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten in der Republik Aserbaidschan angekündigt. Das Dekret des Präsidenten vom 27. Dezember 2011 beauftragt und verpflichtet die Regierung der Republik, die Justizverwaltung und die Präsidialverwaltung zur Vorlage von umfassenden Verbesserungsvorschlägen zur Einhaltung international gültiger Menschenrechte und Grundfreiheiten. Der Präsident kündigt auch einen regelmäßigen Bericht über die Gewährleistung von Menschenrechten und Grundfreiheiten in Aserbaidschan an. Daneben wird es ein Bündel von Maßnahmen geben, darunter
                                              - die Verbesserung der Gesetze zur Einhaltung der Menschenrechte,
                                              - die Verabschiedung eines Gesetzes zur Gewährleistung von Rechten und Freiheiten von Personen, die sich in Haft befinden (modernes Strafvollzuggesetz),
                                              - ein verbessertes Auslieferungsgesetz,
                                              - die Gewährleistung der Rechte von Migranten (Migrationsgesetz),
                                              - die Modernisierung und Schaffung von modernen Einrichtungen des Strafvollzugs.
                                              Aserbaidschan befindet sich in einem zivilgesellschaftlichen Transformationsprozess. Hierzu bedarf es umfassender Gesetzesreformen und administrativer Anforderungen an die Regierung und an die Behörden. Diese Demokratisierungsprozesse können nicht innerhalb weniger Monate und Jahre umgesetzt werden. Es ist ein kontinuierlicher Prozess.
                                              Das nationale Aktionsprogramm hat das Ziel, einen erweiterten Schutz der Menschenrechte und auch sozialen Grundfreiheiten zu gewährleisten. Dazu müssen das Rechtssystem und die Rechtskultur der Gesellschaft weiter entwickelt werden. Aserbaidschan bekennt sich zu den Zielen der Charter der Vereinten Nationen und den Zielen des Europarates, dessen Mitglied Aserbaidschan ist.

                                              Präsident Ilham Aliyev hat bekanntgegeben: „Wir werden uns auch in der Zukunft bemühen, die politschen Reformen zu vertiefen. Aserbaidschan hat vieles unternommen im Bereich der Förderung der Demokratie, des Schutzes der Menschenrechte, der Sicherung der Rechtsstaatlichkeit, und diese Politik wird auch weiterhin durchgeführt“.

                                              Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Maßnahmen zum Vollzug dieses Aktionsplans. Deshalb werden die Zuständigkeiten in dem Präsidenten-Dekret für die Ausführung dieses Programms genau geklärt. Der Beauftragte für Menschenrechte der Republik Aserbaidschan („Ombudsmann“) wird mit weiteren Kompetenzen und umfassenderen Privilegien ausgestattet. Desweiteren werden die Kapazitäten im Kampf gegen die Korruption erhöht. Zur weiteren strengeren Sicherung der Transparenz wurde ein besonderer Aktionsplan von staatlichen Handlungen für die kommenden Jahre angekündigt. Die Aus- und Fortbildung von Studenten, der Richter- und Strafverfolgungsbehörden und Anwälten wird gerade im Hinblick auf die Beachtung der Menschenrechte intensiviert. Es wird dazu aufklärende Bildungsveranstaltungen geben sowie Lernprogramme zu Menschenrechten in Übereinstimmung mit der Deklaration der UN-Generalversammlung „Aufklärung im Bereich der Menschenrechte“, wie auch die Veröffentlichung und Verbreitung von Ausbildungs- und Anschauungsmaterialien zu diesem Thema für die Bevölkerung. Detailliert geregelt ist auch die Bereitstellung von internationalen Dokumenten zu Menschenrechten, insbesondere der Europäischen Menschenrechtskonvention, für alle staatlichen Bediensteten, Mitarbeiter von Gerichten, Staatsanwaltschaften und Strafverfolgungsbehörden, Rechtsanwälte sowie Mitglieder der Gemeinde- und Stadträte, sowie auch eine Ausweitung von Abteilungen zu Menschenrechten in den staatlichen Bibliotheken. Die Internetseiten von Behörden, die sich mit der Gewährleistung von Menschenrechten befassen, sollen verbessert und ausgebaut werden. Angekündigt wird zudem die Realisierung von gemeinsamen Projekten mit spezialisierten Einrichtungen der Vereinten Nationen und internationalen regionalen Organisationen im Bereich der Menschenrechte.

                                              Angekündigt werden auch verstärkte Gesetzgebungsmaßnahmen im Bereich der Sozialgesetzgebung, insbesondere
                                              - die Verbesserung des Mutterschutzes,
                                              - ein besserer Schutz von Arbeitnehmerrechten,
                                              - effektivere Arbeitsschutzmaßnahmen im Industrie- und Baugewerbe,
                                              - eine intensive Aufklärungsarbeit im Hinblick auf Drogen- und Alkoholabhängigkeit sowie HIV-Infektionen,
                                              - Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von Frauen auf dem Arbeitsmarkt,
                                              - Rehabilitationsprogramme für Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind,
                                              - verstärkte Bekämpfung von Kinderarbeit,
                                              - Maßnahmen gegen Obdachlosigkeit und für soziale Rehabilitation von Minderjährigen,
                                              - Schaffung von Krisenzentren für Opfer von Gewalt und Menschenhandel.
                                              Eine neu eingerichtete „Arbeitsgruppe zur Koordination der Durchführung des nationalen Aktionsplans“ wird künftig regelmäßig dem Präsidenten direkt berichten.

                                              Berlin, den 31. Januar 2012
                                              Botschaft der Republik Aserbaidschan

                                            1. JUNGE UNION Region zu Gast im Honorarkonsulat von Aserbaidschan bei Otto Hauser

                                              1. JUNGE UNION Region zu Gast im Honorarkonsulat von Aserbaidschan bei Otto Hauser
                                                Land mit vielen Perspektiven und wichtiger Partner Europas
                                                [ 22.09.2011 ]

                                                Auf Einladung des Honorarkonsuls von Aserbaidschan, Herrn Otto Hauser, besuchte die JU Region Stuttgart das Honorarkonsulat in Stuttgart. Organisiert wurde die Veranstaltung von den beiden Kreisverbänden JU Rems-Murr und Esslingen.

                                                Der Honorarkonsul Otto Hauser (von 1983 bis 1998 Mitglied des Bundestages und 1998 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundeskanzler Helmut Kohl und Sprecher der Bundesregierung) gab der JU Delegation einen Einblick in das doch für viele noch fremd anmutende Land Aserbaidschan. Dabei betonte er, dass Deutschland und vor allem auch Baden-Württemberg viel mit dem Land verbinde. Dies sei nicht nur der Deutsche Trainer Berti Vogts der Fußballnationalmannschaft, sondern auch eine historische Verbundenheit. 1814-1815 wanderten 1400 deutsche Familien aus dem Gebiet Baden-Württembergs nach Aserbaidschan aus. Von 1400 Familien kamen damals lediglich 400 Familien an ihrem Ziel an. Diese Auswandere prägten allerdings in der Folgezeit die Infrastruktur des Landes, welche auch die Sowjetunion überdauerte.

                                                Heute versteht sich das islamisch geprägte Aserbaidschan als „Brücke zwischen Europa und Asien“. Aufgrund seiner Lage zwischen Europa und Zentralasien, sowie zwischen Russland und dem Nahen Osten wächst das Interesse an dem kleinen Land zunehmend. Sicherheitspolitisch ist das Land an guten Beziehungen zu seinen mächtigen Nachbarn Russland, Türkei und Iran interessiert, wirtschaftlich an guten Beziehungen zu den USA und Europa. Daher ist die Kaukasus-Republik Aserbaidschan Mitglied des Europarats und auf diese Weise in die europäischen Strukturen eingebunden. Mit der EU ist das Land über die Europäische Nachbarschaftspolitik mit Aktionsplänen verbunden, welche zukünftig noch stärker ausgebaut werden sollten, so Hauser.

                                                Die Republik Aserbaidschan hat 9.165.000 Einwohner (Stand Juli 2011) , davon leben 53,1 Prozent in Städten. Das BIP stieg in den letzten Jahren stetig und man ist sehr an fachlichem Knwo-How aus Deutschland interessiert, gerade auch im Hinblick den Bauboom, den das Land derzeit erlebt. Diese Entwicklung basiert zu einem großen Teil auf einer expansiven Erdölindustrie, welche den wichtigsten Wirtschaftszweig des Landes darstellt. Denn am östlichen Rande des Südkaukasus gelegen, gehört Aserbaidschan zu den ältesten industriellen Produktionsstätten von Energieträgern wie Öl und Gas. Als Energiepartner zu Europa sei man heut schon bereit rund 15 Mrd. Kubikmeter Gas über die neue Nabucco-Pipeline nach Europa zu liefern. Insofern wäre man unabhängiger von Russland.

                                                Als problematisch sieht Hauser derzeit, noch die Entwicklung im Konflikt mit Armenien. Aserbaidschan befindet sich in einer langdauernden Auseinandersetzung mit seinem westlichen Nachbarland Armenien um Bergkarabach, ein Gebiet auf aserbaidschanischem Territorium, das inzwischen durch armenische Streitkräfte besetzt wurde.

                                                Darüber hinaus warb der Honorarkonsul um ein enge wirtschaftliche und politische Partnerschaft zu Deutschland. Hilfestellungen im Bereich der Technik, Bildungssysteme und politsicher Kultur seien wichtig für das Land und ließen ein vertrauensvolle Miteinander gestalten, so Hauser. In diesem Zusammenhang war man sich innerhalb der JU einig, dass man eine Kooperation der JU mit der Jugendorganisation der Regierungspartei „Neue Aserbaidschanische Partei“ ins Leben rufen und das Land auf einer politischen Reise gerne näher kennenlernen möchte. Otto Hauser und die Vertreter aus Aserbaidschan vor Ort sagten ihre Unterstützung zu.

                                              1. Empfang anlässlich des einjährigen Jubiläums des Honorarkonsulats der Republik Aserbaidschan

                                                1. Empfang anlässlich des einjährigen Bestehens des Honorarkonsulats der Republik Aserbaidschan

                                                  Am 15. Juli lud der Honorarkonsul Otto Hauser anlässlich des einjährigen Bestehens des Honorarkonsulats der Republik Aserbaidschan in Stuttgart zu einem Empfang ein. 180 Gäste folgten der Einladung von Otto Hauser und seiner Ehefrau Rahel Täubert. Der früherer Ministerpräsident und heutige EU-Energiekommissar Günther Oettinger war zusammen mit seiner Partnerin Friederike Bayer Ehrengast. In einer kurzen Rede unterstrich Günther Oettinger die Bedeutung Aserbaidschans als wichtiger Energiepartner für Deutschland und die EU. Bereits heute schon ist das Land an der Westküste des Kaspischen Meeres sechsgrößter Öllieferant für Deutschland. Im Bereich Gas würden die Lieferungen erst entwickelt. Für Otto Hauser ist die Zusammenarbeit zwischen Aserbaidschan und Baden-Württemberg von strategischer Bedeutung. Bereits 1815 wurde mit der Auswanderung vieler schwäbischer Familien nach Aserbaidschan die Grundlage für die heutigen guten Beziehungen zwischen beiden Ländern gelegt.
                                                  Prof. Dr. Messoud Efendiyev, ein anerkannter Naturwissenschaftler und Leiter für Biomathematik und Biometrie am Hemholtz Zentrum an der Universität München, sprach in einem Grußwort von der Bedeutung des Honorarkonsulats gerade in der bildungspolitischen Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern. Otto Hauser würdigte den Humboldtpreisträger für sein großes Engagement, auch für die Betreuung der Studenten aus Aserbaidschan.


                                                1. Besuch des Kinderchors aus Göygöl, Aserbaidschan

                                                  1. Besuch eines Kinderchors aus Göygöl (Helenendorf)
                                                    [ 29.07.2011 ]



                                                    Beim Festakt im evangelischen Gemeindehaus anlässlich des Besuchs eines Kinder- und Jugendchors aus Göygöl in Aserbaidschan wurde eine politische und kulturelle Brücke zwischen Deutschland und Aserbaidschan geschlagen.Der Chor unter der Leitung von Schefiga Olesga, der einer Einladung der Jugendmusikschule Baiersbronn gefolgt war, umrahmte – begleitet von Uzehir Hasan am Klavier – mit traditionellen Volksliedern seiner Region das Programm. Jugendmusikschulleiter Tobias Deuringer übergab das Wort an Bürgermeister und Landtagsabgeordneten Norbert Beck, der unter anderen Otto Hauser, Honorarkonsul für Aserbaidschan in Baden-Württemberg, Chamale Chamla, stellvertretende Bürgermeisterin, Nurame Aslan, Musikschulleiterin in Göygöl, Thomas Vohrer, Beiratsvorstand des Vereins EuroKauk- Asia, und Lilli Heinle von der Jugendmusikschule Baiersbronn begrüßte. Beck dankte Lilli Heinle für ihr großes Engagement, das diesen Besuch neben der Unterstützung der Volksbank Baiersbronn erst ermöglicht hatte.
                                                    Ganz besonders dankte Beck den Familien Ansari, Dilper, Krause, Beeharry, Brandenstein, Morlok, Würfele-Kuch, Götz und Kulajew, die sich bereit erklärt hatten, die Chorkinder in ihren Familien aufzunehmen und somit bewiesen hätten, wie groß Gastfreundschaft in Baiersbronn geschrieben werde. Dies umso mehr, da der Großteil der Kinder kein Deutsch oder Englisch spricht. Die Familien waren sich jedoch einig, dass der Besuch für beide Seiten eine Bereicherung war.
                                                    Der Honorarkonsul für Aserbaidschan in Baden-Württemberg, Otto Hauser, erläuterte, dass die Bevölkerung der Republik in Nachbarschaft zum Iran zu 90 Prozent aus Muslimen besteht, die sehr tolerant gegenüber Minderheiten und dem Christentum seien. Extremistische Vereinigungen suche man in Aserbaidschan vergebens.
                                                    Die stellvertretende Bürgermeisterin Chamale Chamla gab einen kurzen geschichtlichen Abriss über die Entstehung ihres Orts. So wurde Helenendorf, das heutige Göygöl, 1819 von schwäbischen Einwanderern aus Ulm gegründet. Mit dem Einmarsch der russischen Soldaten im Zweiten Weltkrieg 1941 wurden die Deutschstämmigen jedoch nach Kasachstan und Sibirien deportiert, und die deutsche Sprache ging verloren. Heute erinnere sich der Staat jedoch wieder seiner Wurzeln und wolle die Beziehungen auf allen Ebenen ausbauen. Der Besuch des Chors diene dazu. Sie hoffe, dass noch weitere Treffen folgen. Eine Gegeneinladung nach Göygöl wurde von der aserbaidschanischen Musikschulleiterin Nurame Aslan auch gleich ausgesprochen.
                                                    Thomas Vohrer, Beiratsvorstand des Vereins EuroKauk- Asia, der maßgeblich zum Gelingen des Besuchs beigetragen hatte und sich zum Ziel setzt, die Kontakte zwischen Deutschland und Aserbaidschan auszubauen, verwies auf seine ganz persönlichen Beziehungen zu Helenendorf.
                                                    Abschließend dankte Deuringer auch im Namen des neuen Geschäftsführers Marc Hinzer allen, die den Kindern eine sicherlich unvergessliche Woche bereitet hatten.

                                                    Von Petra Schalscha,
                                                    Schwarzwälder-Bote Zeitung

                                                  1. dpa's Interview mit Herrn Otto Hauser

                                                    1. dpa’s Interview mit Herrn Otto Hauser (16.05.2011)

                                                      Stuttgart (dpa/lsw) – Aus dem Königreich Württemberg sind vor knapp 200 Jahren zahlreiche Familien nach Aserbaidschan ausgewandert. Auf die historischen Wurzeln der Beziehungen zwischen Deutschland und dem Land am Kaspischen Meer hat Honorarkonsul Otto Hauser am Montag verwiesen. In der Hauptstadt Baku findet 2012 der nächste Eurovision Song Contest statt. «Von den 1200 Familien, die aufgebrochen sind, kamen schließlich 400 an», sagte Hauser in Stuttgart. Die Handwerker und Bauern gründeten mehrere deutsche Kolonien. In Orten wie dem heutigen Chanlar (Helenendorf) gebe es noch deutsche Straßennamen. Vor den Deportationen im 2. Weltkrieg lebten mehr als 20 000 Deutsche in dem 3000 Kilometer entfernten Land.
                                                      Ein wichtiges aktuelles Anliegen sei die berufliche Bildung der Aserbaidschaner. «Das deutsche Modell der beruflichen Bildung ist ein Exportschlager», sagte Hauser, der das 2010 eröffnete einzige Honorarkonsulat Aserbaidschans in Deutschland leitet. Wie einst könnten die Deutschen unter anderem bei der Entwicklung der Weinwirtschaft helfen. Das Land schickt dank seiner Einnahmen aus dem Erdöl- und Gasgeschäft 5000 Studenten mit Stipendien auf Universitäten weltweit. Einige Dutzend studierten auch auf Hochschulen im Südwesten.
                                                      Der Tourismus sei noch wenig entwickelt. Allerdings nehme die Zahl der Bildungsreisenden zu, die sich auf die Spuren der
                                                      Urchristen begeben. Generell sei die religiöse Toleranz hoch, meinte Hauser. «Es sind Muslime, aber sie sind nicht fundamentalistisch oder orthodox.» Zur kurzen Zeit der ersten Republik Aserbaidschan (1918-1920) habe es sogar ein Frauenwahlrecht gegeben.
                                                      Aserbaidschan wird nach Einschätzung von Hauser keine Probleme mit der Austragung des Eurovision Song Contests (ESC) haben. «Das Niveau wird man halten», sagte der Honorarkonsul des 9-Millionen-Staats weiter. «Das Land fühlt und denkt europäisch. Es möchte mithalten.» Dank der Öl- und Gasreserven habe Aserbeidschan von 2005 bis 2009 ein Wirtschaftswachstum von mehr als 100 Prozent erlebt. Das Land sei inzwischen der sechstgrößte Erdöllieferant für
                                                      Deutschland. Generell seien die Deutschen und die deutschen Produkte im Land, dessen Fußballnationalelf von Berti Vogts trainiert wird, beliebt.

                                                    1. APA's interview with Mr. Otto Hauser

                                                      1. APA’s interview with Mr. Otto Hauser, Azerbaijan’s Honorary Consul to Stuttgart, Germany
                                                        [ 01.06.2010 ]


                                                        - How do you evaluate the level of the bilateral relations between Azerbaijan and Germany?

                                                        - The relations are developing. Azerbaijan has already become an equal right partner of Germany. President Ilham Aliyev paid an official visit to Germany in February this year and met with German Chancellor Angela Merkel. Moreover, he was one of the main speakers at the Munich Security Conference. The relations between our countries are heartwarming.

                                                        As you know, I have been Azerbaijan’s Honorary Consul to Stuttgart (federal state of Baden Württemberg) for over a month. This is also the first honorary consulate of Azerbaijan in both Germany and Western Europe. Establishment of this consulate shows how much importance Germany attaches to the relations with Azerbaijan and how much the relations have developed.

                                                        - How will the opening of Azerbaijan’s Honorary Consulate in Stuttgart influence the mutual cooperation? Will it give an impetus to the increase of volume of the investments?

                                                        - The Honorary Consulate may function in a number of spheres. First of all, I would like to note the sphere of education. Germany has splendid vocational schools. As you know, vocational school is considered an institution standing beneath the universities by one stage. Young people acquire professions at vocational schools. We would like to apply such a system of vocational schools in your country, too.

                                                        If German companies invest here, they need professional employees. The existence of the professional employees offers opportunities to attract more investments. It is important to invest in Azerbaijan, because it can play the role of access to the other countries of the Caucasus. There is political stability in Azerbaijan. This is one of the major conditions to make investments.

                                                        Germany has great experience in using the renewable energy resources and can help Azerbaijan in this field. Heads of executive offices from Azerbaijan have recently come to our Honorary Consulate, we exchanged experience in the field of local management. Azerbaijani and German culture figures pay mutual visits.

                                                        As a politician and former member of Bundestag I try to contribute to the expansion of political cooperation. Bundestag passed a resolution on Nagorno Karabakh conflict. We wanted to call things by their proper names.

                                                        - Stuttgart is known as the center of Germany’s economy. Do big companies of Germany want to invest in Azerbaijan?

                                                        - There are such companies like DAIMLER, BOSCH and PORSCHE in our state. You see Mercedes everywhere in Azerbaijan, Mercedes is represented enough here. BOSCH also plans to be represented in Azerbaijani market more. Their representatives have recently appealed to me and said they want to have broader access to the Azerbaijani market. Baden Württemberg energy company has implemented some projects here. My main goal is to attract more small and medium-sized enterprises to Azerbaijan. After small and medium-sized enterprises come to Azerbaijan the qualification of the people may be realized.

                                                        - Currently, how many German companies are functioning in Azerbaijan?

                                                        -It is difficult to say an exact number. Nearly 30-40 German companies are represented in Azerbaijan. One of the biggest companies – Siemens is also functioning here. There are a lot of companies, for example, Mercedes isn’t engaged in production in Azerbaijan. But there are many Mercedes cars here.

                                                        - In which spheres is Germany interested in Azerbaijan?

                                                        - First of all, Azerbaijan is an energy supplier. It is in the 6th place among the countries selling oil to Germany. There is not cooperation in gas sphere yet. But such cooperation may be in future. Germany depends on Russia in this case very much. We want to decrease this dependence. Azerbaijan can do a lot in this sphere. We may intensify our cooperation in this sphere more. Azerbaijan has energy resources and we have high technology, production spheres. Cooperation in this sphere may be developed.

                                                        - And what can you say about non-oil sector?

                                                        - Azerbaijan has a very beautiful geostrategic position between Europe and Asia. Azerbaijan is country having rich traditions. We may profit by it. Azerbaijan plays door role in Asia for its geostrategic position. It is also constituent part of Europe. Azerbaijan is a participant of EU’s Eastern Partnership program. And it gives additional opportunity for cooperation.

                                                        - Does Azerbaijani Diaspora function in Germany actively?

                                                        - I am head of German-Azerbaijani forum and the center of this forum is situated in Berlin. We cooperate with Azerbaijani embassy in Germany very closely. I met with the members of Azerbaijani Diaspora in Germany 3 weeks ago. Germany is a big country and it has 80 million population. Currently, we cooperate only with Azerbaijanis coming from Iran. When our honored consulate was opened, a lot of ringers entered our office. People were interested in whether consulate opened really, or not, and which works it would do. We collaborate with Diaspora members in culture sphere very well. More than 5 000 people from Republic of Azerbaijan live in Germany. If we add South Azerbaijanis and ethnic Azerbaijanis from Turkey, their number will increase.

                                                        I want to note one more moment. Former Minister-President of the state of Baden-Württemberg Günther Oettinger visited Azerbaijan in August in 2009. Now he is EU Commissioner for Energy. It is a very important post at EU. Recently, Oettinger paid a visit to Azerbaijan for the second time. Within the framework of the first visit, he got acquainted with Azerbaijan and amazed at it. And after appointment to the post of EU Commissioner for Energy he visited Azerbaijan again. Oettinger repeatedly, has reiterated the name of Azerbaijan during his speech at the European Parliament due to his appointment.

                                                        Each person coming to Azerbaijan is satisfied with two moments. First, is hospitality, and the second is highly developed economy.

                                                        - How is the cooperation in political sphere between Germany and Azerbaijan?

                                                        - There is a close cooperation in this sphere between the parliaments. There are friendship groups at Germany and Azerbaijani parliaments. Members of friendship groups get into contact with each other often and meet. We exchange views in several spheres, as well as give advices in co-ordination of Azerbaijani rules in Europe. Once Heydar Aliyev said that Germany should be received as a model in the development of Azerbaijan and development process must be established on this model. Today, we can note proudly that, this cooperation is being established on this model. Cooperation has extended so much that, it covers all spheres.

                                                    2. Kontakt

                                                      1. Anschrift:
                                                        Honorarkonsulat der Republik Aserbaidschan
                                                        Kriegsbergstr. 32
                                                        70174 Stuttgart – Germany

                                                        Tel  +49 (0)711 128-48519
                                                        Fax +49 (0)711 128-48300
                                                        honorarkonsulat@stuttgart-aserbaidschan.de

                                                        Öffnungszeiten:
                                                        Mo und Do 14-17 Uhr
                                                        Mi 10-12 Uhr

                                                        Darüber hinaus nach Vereinbarung

                                                        Größere Kartenansicht

                                                      1. Personen

                                                        1.  

                                                          Otto Hauser - Honorary Consul Otto Hauser
                                                          Honorarkonsul – Honorary Consul 


                                                          o.hauser@stuttgart-aserbaidschan.de

                                                          Prof. Dr. Andreas Staudacher - Senior Legal Adviser Prof. Dr. Andreas Staudacher
                                                          Juristischer Berater – Senior Legal Adviser 


                                                          a.staudacher@stuttgart-aserbaidschan.de

                                                          Rahel Täubert
                                                          Kulturbeauftragte – Cultural Representative 


                                                          r.taeubert@stuttgart-aserbaidschan.de

                                                          Maria Benignus - Office Manager Maria Benignus
                                                          Office Manager 


                                                          m.benignus@stuttgart-aserbaidschan.de
                                                          Tel +49 (0)711 128–48518

                                                          Jafar Suleymanov Jafar Suleymanov
                                                          Beauftragter für wirtschaftliche Entwicklung – Representative for Economic Development 


                                                          j.suleymanov@stuttgart-aserbaidschan.de
                                                          Tel +49 (0)711 128–48519

                                                        1. Impressum

                                                          1. Impressum/Redaktion:

                                                            Honorarkonsulat der Republik Aserbaidschan
                                                            Kriegsbergstr. 32
                                                            70174 Stuttgart – Germany

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                                                            Stand: 28.07.2010

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